Literatur und Sachbuch : Zwischen Land und Sprache

In ihrem Debüt „Samtene Scheidung“ verknüpft Jana Karšaiová die Teilung der Tschechoslowakei mit ihrem eigenen Aufbruch nach Italien.
Es ist nicht alles weich, was Samt ist. Zwar hat die Tschechoslowakei in einer Samtenen Revolution den Kommunismus 1989 als politisches System abgestreift und aussortiert, doch gestaltete sich das Zusammenleben fortan derart bitter und hart, dass nur drei Jahre später die damaligen Regierungschefs Václav Klaus und Vladimir Mečiar die samtene Scheidung einreichten. Die beiden „hatten über das Schicksal des Landes entschieden, ohne das Volk zu befragen“, im Grunde in guter alter Tradition, denn früher hatten „die Kommunisten für sie entschieden und jetzt eben die anderen, da sei man wirklich noch weit von der Demokratie entfernt“.
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