Edith Wharton: Ein altes Haus am Hudson River : Alle Ordnung ist nur auf Bewährung

Das Leben einer Frau ähnelt einem Haus mit vielen Zimmern. Edith Whartons großer Roman bietet Stoff genug, sich im Glück des Lesens zu verlieren.
Denkwürdigen alten Häusern sind wir in Romanen und Erzählungen oft begegnet, auch wenn sie nicht in jedem Fall, wie bei Emily Brontës „Wuthering Heights“, zugleich deren Titel stellen. Immer aber prägen sie sich ein, weniger als bloßer Schauplatz oder Ort der Handlung, sondern als machtvoller Handlungsträger, der das Schicksal sämtlicher Figuren, die sich in seinem Bannkreis fasziniert bewegen, auf unergründliche und oftmals unheimliche Weise lenkt. Zu solchen Häusern zählt der alte Landsitz „Manderley“, von dem die namenlose Ich-Erzählerin in Daphne du Mauriers „Rebecca“ immer wieder träumen muss, oder auch das schreckensreiche „House of Usher“, das im Zentrum von E. A. Poes gleichnamiger Erzählung steht.





