Zum Tod von Harald Hartung : Die Musik seiner inneren Stimme

Mit ihm ist nun der letzte Aktive aus Marcel Reich-Ranickis Riege von F.A.Z.-Rezensenten verstummt: Zum Tod des Dichters, Literaturwissenschaftlers und -kritikers Harald Hartung.
In der letzten von den zahllosen Lyrik-Rezensionen, die er für diese Zeitung geschrieben hat, beschäftigte sich Harald Hartung mit dem Zusammenklang von innerer Stimme und dem Gewicht der Welt. Da er selbst dichtete, wusste er nur zu gut, wovon er sprach, wenn er Kollegen Neugier aufs aktuelle Geschehen anempfahl, zugleich aber darauf bestand, dass es auch eine lyrische Notwendigkeit für das geben musste, was dann darüber zu Papier gebracht wird. Und dazu kam noch die Kompetenz des Literaturwissenschaftlers, der von 1971 bis 1998 einen Lehrstuhl an der Technischen Universität Berlin bekleidete und sich dort bevorzugt experimenteller Literatur widmete – deutscher wie internationaler Provenienz.


