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In Deutschland war er besonders beliebt: Aleksandar Tišma, aufgenommen 2002 in Berlin Bild: Picture-Alliance

Autor Aleksandar Tišma : Die jugoslawische Vaterfigur

Ein Besuch im Territorium des Aleksandar Tišma: Vom Nachleben eines großen europäischen Erzählers und seinem schwierigen Verhältnis zu den Deutschen, bei denen er besonders beliebt war.

          5 Min.

          Das Büro- und Geschäftshaus in der Modene-Straße, Nummer 1, ist gesichtslos, aber es liegt schön, in einer belebten Gegend mit Fußgängerzone, Cafés und Restaurants, nahe dem Dunawski-Park, der größten Grünfläche im Zentrum von Novi Sad. Draußen am Gebäude ist eine bronzene Plakette mit einem Porträtrelief angebracht, das an Papst Johannes Paul II. erinnert. „Aleksandar Tišma“, steht da, „Schriftsteller (1924–2003).“ Und darunter in englischer Sprache: „Dies ist das Haus, in dem er von 1969 bis 2003 lebte.“

          Paul Ingendaay

          Europa-Korrespondent des Feuilletons in Berlin.

          Novi Sad, anderthalb Busstunden nordwestlich von Belgrad, liegt nicht auf den bevorzugten touristischen Routen. Tatsächlich wären Leser der europäischen Literaturen entschuldigt, wenn sie ihre Kenntnisse von Wesen und Topographie der Stadt vor allem von ihm erhalten hätten, Aleksandar Tišma, der sie in den Mittelpunkt seiner fünf Bücher über Krieg und Zerstörung in der Vojvodina gestellt und damit überhaupt erst auf die literarische Landkarte gesetzt hat: von den Romanen „Der Gebrauch des Menschen“, „Das Buch Blam“, „Kapo“ und „Treue und Verrat“ bis zu den Geschichten in „Die Schule der Gottlosigkeit“.

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