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Suchtprobleme : Alkohol- und Tabaksucht kosten 60 Milliarden

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Beinahe zweieinhalb Millionen Fehltage fallen im Jahr an, weil Arbeitnehmer zu viele Suchtmittel konsumieren. Alkohol und Tabak bleiben die größten Kostenblöcke.

          Der Missbrauch von leistungssteigernden Mitteln im
          Job greift immer mehr um sich. Die traditionellen Suchtmittel Alkohol
          und Tabak verursachen aber nach wie vor die meisten Fehltage. Das
          geht aus dem neuen „Fehlzeiten-Report 2013“ hervor, den das
          Wissenschaftliche Institut der AOK in Berlin veröffentlichte. „Allein die Kosten von Alkohol- und Tabaksucht belasten die deutsche Wirtschaft jährlich mit etwa 60,25 Milliarden Euro“, sagte der Vorstand des AOK-Bundesverbands, Uwe Deh.



          Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage nach Suchtmittel-Konsum stieg nach seinen Worten in den letzten zehn Jahren um rund 17 Prozent: Von 2,07 Millionen Fehltagen im Jahr 2002 auf 2,42 Millionen im Jahr 2012.

          Im Schnitt mehr als sieben Wochen krankgeschrieben

          Am gestrigen Mittwoch hatte bereits die Techniker Krankenkasse (TK) mitgeteilt, dass alkoholbedingte Ausfälle in den letzten Jahren enorm zugenommen hätten. Die TK kommt in ihrer Berechnung auf 1,8 Millionen alkoholbedingte Fehltage im vergangenen Jahr. Diese Zahl ergebe sich, wenn man die rund 236.000 Krankheitstage durch Alkohol bei der TK bundesweit hochrechne.

          Die TK machte auf den Diagnoseschlüssel „F10 - psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol“ aufmerksam. Die Ärzte hätten zuletzt für fast 5.000 TK-Versicherte diesen Befund erstellt. Sie litten unter Alkoholabhängigkeit, Entzugs-Syndrom und psychotischen Störungen. Im Schnitt seien die Betroffenen mehr als sieben Wochen krankgeschrieben.

          Besonders junge Männer trinken zu viel

          Auch die Krankenkasse Barmer GEK hatte sich mit dem Thema befasst. Ein Gesundheitsreport der Kasse aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass Arbeitnehmer mit Alkoholproblemen im Schnitt viermal so lange im Job fehlten wie jene ohne: Hier häuften sich psychische Erkrankungen, Verletzungen und Magen-Darm-Probleme.

          Insgesamt betrinken sich mehr als einer von fünf Männern und jede zehnte Frau in Deutschland - nach eigenen Aussagen - mindestens jeden Monat einmal. Bei den jungen Männern trinkt sogar fast jeder zweite riskant viel, bei den jungen Frauen jede dritte, zeigt eine Studie des Robert Koch-Instituts, für die in den Jahren 2009 und 2010 rund 22.000 Erwachsene zu Aspekten der Gesundheit befragt wurden.

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