Home
http://www.faz.net/-gqe-6ydgu
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Öffentlicher Dienst Verdi lehnt Tarifangebot ab

Erstmals unterbreiten die Arbeitgeber im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes ein Angebot. Es sieht eine Lohnsteigerung von 3,3 Prozent in zwei Stufen vor. Die Gewerkschaft Verdi weist das Angebot aber umgehend als ungenügend zurück.

© dpa Vergrößern Die Gewerkschaft fordert 6,5 Prozent mehr Lohn im öffentlichen Dienst - nun legen die Arbeitgeber ein Angebot vor

In die Tarifverhandlungen für die rund zwei Millionen Bediensteten von Bund und Kommunen kommt Bewegung. Nach einer Woche Warnstreiks legten die Arbeitgeber am Montag erstmals ein Angebot vor. Allerdings wies die Gewerkschaft Verdi die Offerte umgehend als ungenügend zurück.

Die Arbeitgeber hätten eine Entgeltsteigerung um 3,3 Prozent über 24 Monate in zwei Stufen angeboten, sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich in Potsdam. Die Anhebung um 2,1 Prozent solle zum 1. Mai in Kraft treten und weitere 1,2 Prozent dann zum 1. März 2013 hinzukommen. Zudem solle es eine Einmahlzahlung in diesem Jahr von 200 Euro geben.

Mehr zum Thema

Verdi-Chef Frank Bsirske hatte mit einer Fortsetzung der Warnstreiks gedroht, sollten die Arbeitsgeber kein „verhandlungsfähiges“ Angebot machen. Die jetzige Verhandlungsrunde dauert bis Dienstag, die dritte Verhandlungsrunde ist für den 28. und 29. März geplant.

Ob die Warnstreiks im öffentlichen Dienst nun fortgesetzt werden, war zunächst nicht klar. Das Angebot der Arbeitgeber liegt deutlich unter den Forderungen von Verdi. Die Gewerkschafter fordern Lohnerhöhungen von 6,5 Prozent, mindestens aber ein Plus von 200 Euro im Monat.

Infografik / Tarifrunde 2012 / Mehr Lohn © dpa Vergrößern Mit Forderungen von 5 bis 7 Prozent mehr Lohn gehen die Gewerkschaften in die Tarifrunde 2012

Nachdem in den vergangenen Jahren die Lohnabschlüsse unter der Inflationsrate lagen, will die Gewerkschaft dieses Jahr einen Kaufkraftzuwachs erreichen. Für dieses Jahr gehen Experten von einer Inflation von rund zwei Prozent aus. In der vergangenen Woche hatten sich nach Gewerkschaftsangaben von Montag bis Freitag rund 130.000 Beschäftigte an den Warnstreiks beteiligt.

Verdi-intern wurde dies als starkes Signal gewertet, das den hohen Mobilisierungsgrad unter den Arbeitsnehmern belege. Hauptaktionstag war der vergangene Mittwoch, an dem Verdi in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens den Nahverkehr lahmgelegt hatte. Von den Ausständen waren neben Bussen und Bahnen bundesweit auch Stadtverwaltungen, Stadtwerke, Stadtreinigungen, die Müllabfuhr oder Kitas betroffen.

Infografik / Öffentlicher Dienst / Lohnentwicklung im Vergleich © dpa Vergrößern Vergleich 2000 bis 2011

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Streiks in Hessen Piloten und Erzieher legen Arbeit nieder

Die Streiks gehen weiter: Am Donnerstag wollen 5400 Lufthansa-Piloten und zahlreiche Beschäftigte des öffentlichen Dienstes streiken. Sie könnten noch einige Tage andauern. Mehr

18.03.2015, 20:00 Uhr | Rhein-Main
5,5 Prozent mehr Geld Länderbeschäftigte weiten Warnstreiks aus

In mehreren Bundesländern ließen nach Gewerkschaftsangaben Mitarbeiter von Unikliniken, Straßenmeistereien, Universitäten, Küstenschutz, Landesverwaltungen und bei der Polizei am Mittwoch die Arbeit ruhen. Mehr

11.03.2015, 18:05 Uhr | Wirtschaft
Was Sie heute erwartet CeBIT öffnet Ihre Pforten für das Publikum

Die weltgrößte Computermesse CeBIT öffnet heute in Hannover mit dem ersten Publikumstag ihre Pforten. Die Branchenschau läuft bis Freitag und hofft auf gut 200.000 Besucher. Mehr

16.03.2015, 06:49 Uhr | Wirtschaft
Taiwan Mountain-Biker radelt über 3000 Stufen hoch

Ein polnischer Sportlehrer ist in Taiwan 3139 Stufen hochgeradelt. Er wollte damit seinen eigenen Weltrekord verbessern. Mehr

23.03.2015, 16:01 Uhr | Sport
Gewerkschaft droht Coca-Cola-Engpass an Ostern?

Die Mitarbeiter von Coca-Cola wollen mehr Geld - und drohen mit Streik. Wenn sie ihre Macht nicht übertreiben, könnte der Nachschub versiegen. Aber nicht überall. Mehr

14.03.2015, 17:03 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 12.03.2012, 14:13 Uhr

Ministerin für Arme

Von Heike Göbel

Es stimmt: Das relative Maß der Armut führt in die Irre. Und man verliert den Blick für wirklich Bedürftige. Aber was folgt daraus für Nahles’ Politik? Mit Mütterrente und Rente mit 63 hat sie jedenfalls die falsche Klientel bedient. Mehr 11 22


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Deutsche Bildungsbürger scheuen Facebook & Co.

Deutschland ist so ziemlich das einzige Land in Europa, in dem ungebildete Leute in sozialen Netzwerken präsenter sind als gebildete. Mehr 20

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden