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Marihuana-Legalisierung : Milliardenmarkt Kiffen

In immer mehr amerikanischen Bundesstaaten ein legales Genussmittel: Marihuana. Bild: Reuters

Die Legalisierungswelle in den Vereinigten Staaten macht Marihuana zu einem immer größeren Geschäft. Das unterstreicht eine neue Studie. Aber die aufstrebende Industrie kämpft noch mit Hindernissen.

          Vor fast genau zwei Jahren wurde Colorado zum ersten amerikanischen Bundesstaat, der den Verkauf von Marihuana als pures Genussmittel erlaubte. Damit erreichte die Legalisierungsbewegung für die getrockneten Blüten und Blätter der Cannabispflanze eine neue Stufe. Zwar war die Droge zuvor schon in einer Reihe von Bundesstaaten als Therapiemittel für Erkrankungen freigegeben, und oft war es ein Leichtes, an die notwendige ärztliche Empfehlung heranzukommen. Aber in Colorado entfiel diese Hürde zum ersten Mal ganz.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Seither wurde Marihuana zum reinen Genuss auch in den Bundesstaaten Washington, Oregon und Alaska sowie in der Hauptstadt Washington erlaubt. In mehr als zwanzig Bundesstaaten ist der medizinische Konsum legal. Die Zahlen könnten sehr schnell weiter ansteigen: In diesem Jahr steht in mehr als einem halben Dutzend Bundesstaaten die Legalisierung von Cannabis als Genussmittel zur Wahl. In einigen weiteren wird über die Freigabe als Therapiemittel entschieden.

          Die sich ausweitende Legalisierung macht Marihuana zu einem rasant wachsenden Markt. Das unterstreicht eine jetzt vorgelegte Studie der auf die Marihuanaindustrie spezialisierten Analyse- und Investmentgruppe Arcview. Nach Angaben von Arcview stieg der gesamte Marihuanaumsatz in den Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr um 17 Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar. Der größte Teil davon entfällt auf medizinisches Marihuana, aber auch der Verkauf als Genussmittel brachte mittlerweile fast eine Milliarde Dollar ein. Das war ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, als es noch 351 Millionen Dollar waren.

          Erhebliche Steuereinnahmen

          Das Marihuanageschäft bringt den Bundesstaaten erhebliche Steuereinnahmen. In Colorado waren es nach Angaben von Arcview im vergangenen Jahr 135 Millionen Dollar, ein Anstieg von 77 Prozent gegenüber 2014. Washington brachte es auf 70 Millionen Dollar.

          Das starke Wachstum wird nach Einschätzung von Arcview weitergehen. Für das laufende Jahr wird ein Umsatz von 6,7 Milliarden Dollar vorhergesagt, 2020 sollen es dann sogar 21,8 Milliarden Dollar sein. Dann werde auch mehr als die Hälfte des Geschäfts auf den Verkauf von Marihuana zum Genusskonsum entfallen.

          Die rosigen Perspektiven haben mittlerweile eine rege Start-Up-Szene von Unternehmen entstehen lassen, die eine breite Palette von Produkten und Dienstleistungen anbieten, von Beleuchtungstechnik über Sicherheitssysteme bis hin zu Smartphone-Apps rund um Marihuana. Bekannte Investoren wie Peter Thiel sind in das Geschäft eingestiegen.

          Freilich kämpft die Branche noch mit einigen Widrigkeiten. Ein großer Haken im Geschäft ist, dass Marihuana auf Bundesebene in Amerika noch immer eine verbotene Substanz ist und sogar auf eine Stufe mit Heroin gestellt wird. Das führt zum Beispiel dazu, dass Banken sich bisher weitgehend aus dem Geschäft heraushalten, weil sie fürchten, sich aus Sicht der Bundesregierung der Geldwäsche schuldig zu machen. Vielen Marihuanaunternehmen fällt es daher schwer, überhaupt ein Bankkonto zu bekommen, und die Einkäufe in den speziellen Marihuanaläden müssen üblicherweise in bar bezahlt werden.

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