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Eintracht Frankfurt Drei Männer und ein guter Rotwein

 ·  In einer ruhigen Runde wollen sich Eintracht-Vorstandschef Bruchhagen, Sportdirektor Hübner und Trainer Veh über die Zukunft unterhalten.

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© Eilmes, Wolfgang Am 31. Mai 2011 fing alles an: Bruchhagen und Hübner präsentieren Trainer Veh am neuen Frankfurter Arbeitsplatz.

Das Abendessen unter Männern fand „in ruhiger und lockerer Atmosphäre“ statt. Ein konkrete Nachricht aber verkünden, das wollten weder Bruno Hübner noch Heribert Bruchhagen. Und Armin Veh auch nicht. Schließlich war es das erste Treffen von Sportdirektor, Vorstandschef und Trainer, in dem „erste Ideen“ ausgetauscht werden sollten. „Beide Seiten“, sagte Hübner zur Einstimmung am Donnerstag Mittag, „werden ihre Vorstellungen darlegen, und dann wird jeder, davon gehe ich aus, noch einmal darüber schlafen“. Und dann? „Dann müssen wir abwarten, was dabei rauskommt.“

Bleibt Veh, der Aufstiegsmacher? Oder verlässt er die Eintracht, weil er mit den finanziellen Rahmenbedingungen nicht zufrieden ist, die sich ihm derzeit bieten. Hübner bestätigte, was wirtschaftlich längst kein Geheimnis ist: „Wir haben in diesem Jahr eine Delle. Darüber müssen wir sprechen. Aber es geht ja auch um Perspektiven.“ Bei einem guten Rotwein, so Hübners Plan, wollte er dem 51 Jahre alten Veh seine Planungen vortragen. „Armin wird sicherlich unsere Option prüfen, und dann erhoffe ich mir, dass wir weiter zusammen arbeiten.“

Schon vor Tagen, als die Rückkehr in die Bundesliga durch das 3:0 bei Alemannia Aachen Wirklichkeit geworden war, hat sich Hübner positiv über einen möglichen Verbleib von Veh geäußert. „Ich bin ja von Haus aus Optimist. Wir hatten schon im Bus eine gute Rückfahrt. Ich habe gesagt, dass ich glaube, dass er bleibt und dies mit 70:30 beziffert. Dabei bleibe ich.“ Mehr noch: Hübner war gemeinsam mit Bruchhagen mit der Aussicht in die Runde mit Veh gegangen, „dass beim Gedankenaustausch unsere Chancen steigen“.

Licht in den Vertragsnebel

Der am Aachener Tivoli perfekt gemachte Aufstieg hat die Eintracht in Bewegung gebracht. Und er hat dafür gesorgt, dass sich einige Profis vom spielenden Personal um ihre Zukunft keine Sorgen zu machen brauchen. Entsprechende Optionsvereinbarungen, im vergangenen Sommer von Sportdirektor Hübner auf den Weg gebracht, kommen nun zum Greifen. So brachte Hübner am Donnerstag Licht in zum Teil nebulöse Vertragsangelegenheiten.

Karim Matmour? „Ist mit dem Aufstieg Eigentum von Eintracht Frankfurt.“ Muss eine Ablöse für den Algerier an den abgebenden Verein Borussia Mönchengladbach gezahlt werden? „Es gab eine kleine Erfolgsprämie,“ so Hübner. „Die bewegt sich aber in einem sehr überschaubaren Rahmen.“ Constant Djakpa? „Hat mit dem Aufstieg einen Zweijahresvertrag und ist Eigentum von Eintracht Frankfurt.“ Rob Friend? „Zweijahresvertrag, Eigentum von Eintracht Frankfurt.“ Dass an Hertha BSC Berlin noch eine Entschädigung zu zahlen ist, bejahte Hübner. „Aber weil wir schon zwölf Monate Gehalt gezahlt haben, fließt das in die Endsumme ein.“ Mohamadou Idrissou? „Hat mit dem Aufstieg einen Jahresvertrag.“ Bamba Anderson? „Bei ihm besteht unsererseits eine Option bis 31. Mai.“ Ebenso bei Erwin Hoffer. In beiden Fällen, bestätigte Hübner, „haben wir schon im Vorjahr feste Summen als Basis für die Gespräche vereinbart“.

Nach Torleuten umsehen

Gespräche mit möglichen Neuzugängen will Hübner offensiv angehen, wenn es geboten ist. So ist bekannt, dass Ersatztorwart Thomas Kessler vom 1. FC Köln nur bis zum Ende dieser Saison ausgeliehen ist. „Mit ihm sprechen wir“, sagte Hübner. Sollte jedoch Konsens bestehen, dass Kessler, der sich gegen den bald 38 Jahre alten Routinier Oka Nikolov nicht durchsetzen konnte, keine Zukunft in Frankfurt hat, dann will sich die Eintracht nach anderen Torleuten umschauen.

Einer der dann umworbenen Kandidaten: Kevin Trapp. „Das ist eine interessante Variante“, bestätigte Hübner. „Kevin ist eines der größten deutschen Torwarttalente.“ Günstig für die Eintracht, bei der Alexander Meier wegen einer Muskelverletzung im letzten Heimspiel an diesem Sonntag gegen die Münchner „Löwen“ (Anpfiff 13.30 Uhr) ausfallen könnte: Trapp steht beim Bundesliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern unter Vertrag. Die „Roten Teufel“ werden zweitklassig, die Eintracht ist es vom Sommer an nicht mehr. Zudem: Entsprechende Abstiege vorausgesetzt, könnten auch die Torhüter Michael Rensing (1. FC Köln) und Thomas Kraft (Hertha BSC Berlin) einen Drang nach Veränderung spüren und nach neuen Klubs Ausschau halten. Und auch vom Hoffenheimer Keeper Tom Starke, den Hübner noch aus gemeinsamen Duisburger Zeiten kennt, hat er eine hohe Meinung. „Ein ganz feiner Kerl. Charakterlich schwer in Ordnung.“

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Jahrgang 1961, Sportredakteur.

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