Proteste im Bankenviertel : Kniefall
Wutbürger, keifende Rentner und tobsüchtige Krawallkids? Die Proteste im Bankenviertel sind davon weit entfernt. Und auch Selbstironie ist dieser Revolte nicht fremd.
„Nein! Keinen American Coffee. Einen normalen. Aber im großen Becher und mit viel heißem Wasser. So viel, dass man bis auf den Grund gucken kann.“ Der Kassierer, weißes Hemd, blitzsaubere knöchellange Kellnerschürze, bleibt freundlich. Die Schlange vor ihm, wie der Muckefuckfan überwiegend in mehr oder weniger mitgenommenem Wolfskin-Look, auch. Von draußen hört man Sprechchöre: „Brecht die Macht der Banken und Konzerne“, „Banken in die Schranken“. Dazwischen tönt auf einmal das alte „Help“ der Beatles. Déjà-vu. Hat Udo Jürgens nicht um 1971 Skandal gemacht mit „Lieb Vaterland, wofür soll ich dir danken? Für die Versicherungspaläste und die Banken?“





