„Interstellar“ im Kino : Fliehkraft liebt Schwerkraft

Christopher Nolans Science-Fiction-Film „Interstellar“ rettet die Ehre der Tricktechnik. Und nicht nur das: Lange hat kein Film mehr den Reichtum des naturwissenschaftlich-technischen Weltbilds derartig bildmächtig genutzt.
Wir haben unser Zuhause verhunzt, weil wir zu schwach waren, es nach Erwerb der nötigen Weltkenntnis zu verlassen, wie das Erwachsene sollen.
Der Vater erzählt seiner Tochter, dass die Menschen einmal wussten, wie groß die Welt wirklich ist, und danach handelten. Die Schule erzählt der Tochter das Gegenteil: Bemannte Raumfahrt hat es nie gegeben. Die Vergangenheit ist eine Fälschung, die Zukunft schon ruiniert - ein Physiker erzählt vom Stickstoff, von Mehltau und davon, dass die Hungersnot erst der Anfang ist: Die Letzten, die verhungern müssen, werden die Ersten sein, die ersticken. Auch der Physiker hat eine Tochter. Die schickt er mit dem anderen Vater, der sich noch an Mondraketen erinnert, auf eine weite und sehr schnelle Reise. Deren Bogen führt an Feldlinien vorbei, die nicht so verlaufen wie die erdgebundene Erfahrung: Die Raumzeit wird auf dieser Nachtfahrt gestaucht und gestreckt. Die Tochter des Astronauten und der Vater der Astronautin bleiben zurück, als Punktspiegelung des anderen Vaters und der anderen Tochter. Die Verlassenen altern schneller als die Reisenden. Das ist Relativität.





