Im Berlinale-Wettbewerb : Schreie über Manhattan

Jonathan Safran Foers Roman „Extrem laut und unglaublich nah“ hat ein kompliziertes Erzählgeflecht. Stephen Daldry wollte daraus eine geradlinige, handfest erschütternde Kino-Story machen.
Das Schöne an Mainstream-Filmen liegt darin, dass sie immer gleich zur Sache kommen. Man sieht sofort, dass „Extrem laut und unglaublich nah“ vom 11. September handelt, wenn man es nicht ohnehin weiß, weil man das Buch gelesen hat, Jonathan Safran Foers gleichnamigen Roman. Man sieht es an den eingeblendeten Fernsehbildern, den stürzenden Türmen und flüchtenden Menschen; und man hört es an den sechs Telefonnachrichten, die der Vater des kleinen Oskar Schell auf dem Anrufbeantworter der Familie hinterlassen hat, während er im hundertfünften Stock des Nordturms im World Trade Center auf seine Rettung wartete, die nicht kam. Es sind Nachrichten, die zunächst hoffnungsvoll und dann immer verzweifelter, endgültiger klingen. Der Vater aber wird von Tom Hanks gespielt, und damit ist auch klar, wohin dieser Film zielt: Er will keine Denk-, sondern Trauerarbeit leisten, er öffnet nicht die Augen, sondern die Tränenkanäle, die Rührungs-Synapsen, das Herz.





