Frankfurter Anthologie : Alexander Puschkin: „Gib Gott, dass mich nicht Wahnsinn packt“
Puschkin schrieb dieses Gedicht im Herbst 1833, als der Gipfelpunkt seiner außerordentlichen Beliebtheit überschritten war. Fürchtete er damals um seinen Verstand?
Alexander Puschkins dichterisches Stoßgebet um den Erhalt seines Verstandes (siehe Kasten unten) imponiert, weil es zugleich illusionslos das subalterne Betätigungsfeld dieses Verstandes schildert. Ohne ihn, erklärt er in fest auftretenden männlichen Reimen, würde er sich frei fühlen und begeistert mit Naturkräften Zwiesprache halten – auch wenn diese nur in seiner Einbildung existierten. Doch dann würde er prompt in Sicherheitsverwahrung kommen. Man braucht Geistesklarheit, sagt das zu Lebzeiten seines Autors nicht veröffentlichte Gedicht, um die repressiven Selbstschutzkräfte der Gesellschaft in Schach zu halten.





