FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);HIV-Infektionen in Irland :
Wie Aids zur stillen Seuche wird

Von
Pauline Stahl
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Aktivistin auf der Welt-Aids-Konferenz, die dieses Jahr virtuell stattfand.
Aktivistin auf der Welt-Aids-Konferenz, die dieses Jahr virtuell stattfand.dpa

Während Europa immer weniger HIV-Infizierte zählt, gibt es in Irland wieder mehr. Testmüdigkeit ist ein Grund, viel wichtiger ist aber der in den Schulen tabuisierte Umgang mit Sexualthemen.

Michael McFarland Campbell wusste, dass er sich mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV) infizieren kann. Er kannte Übertragungswege und das als homosexueller Mann besonders hohe Ansteckungsrisiko. Trotzdem schlief er mit Fremden, ohne Kondome zu benutzen. „Ich hatte Depressionen und fand einen schnellen und einfachen Weg, mich besser zu fühlen, indem ich ziemlich willkürlich mit Männern schlief.“ Über Verhütung habe er sich keine Gedanken gemacht, „weil es mir einen Kick gab“. So offen wie er sprechen nur wenige Menschen in Irland über ihre HIV-Infektion. Der 42-Jährige ist einer von 7200 gemeldeten Bewohnern der Insel, die Ende 2018 mit HIV lebten. Im selben Jahr gab es in dem Land 523 Neudiagnosen, ein Anstieg von sieben Prozent zum Jahr davor. Laut des European Centre for Disease Prevention and Control ist Irland damit eins der wenigen europäischen Länder mit einem erheblichen Anstieg an HIV-Infektionen.

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