Koselleck als Weltdeuter : Der blaue und rote Planet

Das Anthropozän brachte er nicht auf den Begriff, auch wenn ihn die Machbarkeit der Geschichte beunruhigte: Eine Marbacher Tagung möchte sich unsere Zeit mit Reinhart Koselleck erklären.
Seine Gedanken zur Globalisierung hat Reinhart Koselleck früh vorgelegt. In einem 1954 verfassten Aufsatz deutet er sie als Produkt einer planetar entfesselten Aufklärung. Die Globalisierung setzt die aufklärerische Geschichtsphilosophie fort: Sie will die Revolution im Weltmaßstab zu Ende und die Welt zur Einheit führen, was in der multipolaren Welt auf Widerstände trifft, die zum Zeitpunkt der Niederschrift noch nicht absehbar sind. Die Krise wird nun dadurch verschärft, dass die vielen global verbundenen Zeitschichten in hoher Frequenz aufeinanderprallen. Die twitternden Taliban sind Ikonen der zersplitterten Zeit. Koselleck plädierte für föderale Strukturen, damit die Spannungen nicht ideologisch geglättet werden.


