Isabel dos Santos : Reichste Frau Afrikas verliert ihren Job

Sie ist Tochter des ehemaligen Präsidenten von Angola, Milliardärin und lenkte seit einem Jahr den staatlichen Ölkonzern des Landes. Nun hat der Nachfolger ihres Vaters sie entmachtet.
Der neue angolanische Präsident João Lourenço hat die Tochter des ehemaligen Präsidenten José Eduardo dos Santos als Chefin des staatlichen Ölkonzerns entlassen. Isabel dos Santos sei ebenso wie der gesamte Vorstand von Sonangol „von ihrer Funktion entbunden“ worden, teilte der Präsident am Mittwoch mit. Die Ernennung der laut „Forbes“ reichsten Frau Afrikas zur Konzernchefin war als Symbol für die Vetternwirtschaft unter Präsident dos Santos heftig kritisiert worden. Ihr Vermögen wird auf über 3 Milliarden geschätzt.
Der 44 Jahre alte Tochter des ehemaligen Staatschefs war 2016 die Führung von Sonangol übertragen worden. Der Konzern ist seit dem Fall der Ölpreise vor drei Jahren in finanziellen Schwierigkeiten. Die Ernennung zur Konzernchefin brachte ihrem Vater den Vorwurf ein, die Wirtschaft des Landes zum Vorteil einer Handvoll Menschen privatisiert zu haben.
Der aktuelle Präsident Lourenço hatte nach den Wahlen im August dos Santos nach 38 Jahren an der Spitze des südafrikanischen Landes abgelöst. Seine zentralen Wahlversprechen waren der Wiederaufbau der stark gebeutelten Wirtschaft des Landes und der Kampf gegen die grassierende Korruption.
Die Ölwirtschaft macht selbst nach dem Preissturz noch 70 Prozent der Staatseinnahmen aus. Carlos Saturnino, früherer Staatssekretär, wird Isabel dos Santos als Chef von Sonangol nachfolgen, teilte die Regierung mit.





