Corona in der Fleischindustrie : Wieder die Schlachter

Der Schlachtbetrieb Tönnies zeigt mit seinen mehr als 650 Corona-Fällen: Auch der gönnerhafte Marktführer bleibt nicht von den Problemen durch die Arbeitsbedingungen in Schlachtbetrieben verschont.
Beim ersten Ausbruch des Coronavirus in mehreren Schlachthöfen beklagte der größte Anbieter in Deutschland, der Fleischfabrikant Tönnies, einen „Generalverdacht“, unter den die gesamte Branche gestellt werde. Tönnies selbst war Anfang Mai noch vergleichsweise verschont geblieben von den Corona-Hotspots in der Fleischindustrie.
Doch jetzt steht der größte Anbieter selbst plötzlich im Zentrum: Unter 1050 getesteten Mitarbeitern waren mehr als 650 infiziert. Weitere Befunde stehen noch aus, die Ansteckungsquote dürfte sich daher noch erhöhen. Wegen des sprunghaften Anstiegs bleibt das größte Werk in Rheda-Wiedenbrück vorerst geschlossen, auch alle Kitas und Schulen machen dort wieder zu.
Für Tönnies ist das doppelt ärgerlich: Auch beim Marktführer, der sich in den vergangenen Wochen immer besonders hervortat mit Initiativen und Ratschlägen an andere, läuft es wohl nicht anders als bei der Konkurrenz – Stichwort Generalverdacht.
Der abermalige Ausbruch in einer Branche, die ohnehin schon unter besonderer Beobachtung steht, illustriert nochmals die bestehende Ansteckungsgefahr. Die Pandemie ist nicht vorbei. Die ungünstigen Arbeitsbedingungen in der systemrelevanten Fleischindustrie sind es auch nicht.







