Immobilien vor dem Aufschwung : Die Blätter fallen
In der Immobilienwirtschaft halten sich viele Branchenakteure zurück. Ein Bauboom ist weit entfernt, der die Wohnraumwünsche erfüllen könnte.
Zum Herbstanfang lassen sich Zeichen der Hoffnung in der Immobilienwirtschaft erblicken. Das Statistische Bundesamt hat erstmals seit zwei Jahren wieder einen Anstieg der Preise für Wohnimmobilien im Durchschnitt in Deutschland gemessen. Für die Zeit von April bis Juni messen die Statistiker allerdings bloß ein Plus von 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal – und immer noch ein Minus gegenüber einem Jahr zuvor. Dass die Immobilienpreise gerade in den Städten irgendwann nicht mehr wie die Blätter im Herbst von den Bäumen fallen, dürfte einleuchten. Die Nachfrage bleibt hoch, während das Angebot damit kaum Schritt hält. In dieser Zeit der Anpassung halten sich viele Branchenakteure zurück. Abwarten ist angesagt. So ist ein Bauboom weit weg, der die urbanen Wohnraumwünsche erfüllen könnte. Das Statistische Bundesamt erfasst neben einer ersten Pause des Preisrückgangs auch, wie wenig gebaut wird: Die Zahl der Baugenehmigungen ist im Juli um 19 Prozent zum Vorjahr gesunken und der reale Umsatz im Bauhauptgewerbe um 2,6 Prozent. Zwar sind hier und da Baustellen durchaus belebt, aber einen Aufschwung macht das noch nicht. Eher sind manche Erschütterungen zu erwarten, etwa wenn günstige Finanzierungen auslaufen und die aktuellen Konditionen zu teuer sind. Nachdem die Herbstblätter gefallen und wieder fortgeweht sind, wird sich zeigen, was sich am Boden verbirgt. Aber bis dahin dauert es noch eine Weile.
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