Chaos bei der Bahn :
„Ich fahre diesen Zug nur unter Protest“

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Vielleicht hilft Meditation beim Blick aufs Wattenmeer? Bahn-Fahrgäste sind einiges an Kummer gewohnt.
Vielleicht hilft Meditation beim Blick aufs Wattenmeer? Bahn-Fahrgäste sind einiges an Kummer gewohnt.Jens Gyarmaty

Das Image der Deutschen Bahn mag miserabel sein, aber die Zugbegleiter reißen es immer wieder heraus – mit gnadenloser Ehrlichkeit.

Bei der Deutschen Bahn passieren inzwischen Dinge, die man lange nicht für möglich gehalten hätte: „Sehr geehrte Damen und Herren, weil ich gerade aus dem Fenster geschaut habe und ich die Strecke nicht kannte, habe ich einmal bei der Leitzentrale nachgefragt“, tönte es jüngst mit entwaffnender Ehrlichkeit über das Bordmikro eines ICE. Die Erklärung für dieses Malheur lieferte der Zugbegleiter mit vergleichbarer Offenheit sofort hinterher: „Wir wurden umgeleitet und nicht darüber informiert.“ Die Erkenntnis, dass auch ein ICE von der Spur abkommt, ist schon ungewöhnlich, aber womöglich sogar ein Ausweis von Flexibilität. Ungewohnter, wenn auch nicht völlig neu, ist die spröde Ehrlichkeit, mit der die Mitarbeiter die Unzulänglichkeiten der Deutschen Bahn offenlegen: „Wir werden jetzt evakuiert. Wann wir genau wo ankommen, weiß nicht einmal der Fahrdienstleiter.“

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