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Welttag gegen Kinderarbeit : Warum müssen so viele Jungen und Mädchen immer noch arbeiten?

Ein elfjähriger Junge in Bangladesch sortiert Plastikflaschen in einer Recylingfabrik. Das Sortieren von Plastik ist ein wachsendes Geschäft. Bild: dpa

Das Ausmaß der Kinderarbeit auf der Welt ist seit vielen Jahren stark rückläufig – so lautet die gute Nachricht. Die schlechte ist die Zahl der Jungen und Mädchen, die immer noch schuften müssen.

          Obwohl das Ausmaß der Kinderarbeit auf der Welt seit vielen Jahren stark rückläufig ist, müssen noch immer mehr als 150 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren auf der Welt arbeiten. Sie helfen illegal ihren Eltern auf den Feldern, schuften in Fabriken, Steinbrüchen oder Bergwerken, verdingen sich als Dienstmädchen oder Straßenverkäufer.

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Besonders in Afrika ist Kinderarbeit weit verbreitet, wie Zahlen zeigen, auf welche die Internationale Arbeitsorganisation in Genf anlässlich des Welttags gegen Kinderarbeit am Dienstag aufmerksam macht: 72 Millionen Kinder und damit jedes Fünfte arbeiten auf dem Kontinent. In Asien und den Pazifik-Ländern sind es weitere 62 Millionen. Zusammen genommen, finden in diesen beiden Regionen 90 Prozent der Kinderarbeit auf der Welt statt.

          Jedes zweite Kind ist dabei jünger als elf Jahre. Auffällig ist, dass die meisten Kinder in der Landwirtschaft tätig sind (70,9 Prozent) und dass sie das in zwei Dritteln aller Fälle im Rahmen der Familie tun, während es sich nur bei 27 Prozent um eine bezahlte Arbeit handelt. Die Internationale Arbeitsorganisation weist darauf hin, dass Kinderarbeit nicht nur vorliegt, wenn ein bestimmtes Mindestalter unterschritten wird – in den meisten Ländern von 15 Jahren –, sondern auch, wenn Kinder besonders schwerer oder gefährlicher Arbeit ausgesetzt sind, die ihnen körperlich oder psychisch schadet.

          Ein 13-jähriger Junge trägt in Myanmar bei Straßenbauarbeiten einen Korb mit Steinen auf seinem Kopf.

          Verbote allein reichen nach Ansicht der Organisation nicht aus, um das Phänomen einzudämmen, da viele Familien auf die Einkünfte oder Hilfe ihrer Kinder angewiesen seien. Sie brauchten daher alternative Einkommensquellen sowie soziale Unterstützung etwa im Fall einer Krankheit oder nach einer Naturkatastrophe, damit sie sich nicht gezwungen sähen, ihre Kinder arbeiten zu schicken.

          In einer Ziegelsteinfabrik im indischen Kalkutta arbeiten tausende Kinder aus ganz Indien und Bangladesch, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

          Verschiedene Hilfsorganisationen drangen am Montag auf mehr Engagement gegen Kinderarbeit. Das Hilfswerk Terre des Hommes forderte Unternehmen auf, ihre Lieferkette zu überprüfen. Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation ist Kinderarbeit aber auch auf lokalen Märkten etwa für Ziegel oder Hirse verbreitet.

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