Der Alleskönner
Klein, wendig, intelligent: Andrés Iniesta spielt den Ball durch Lücken, die sonst keiner sieht - darauf setzt Spanien. Dabei hat es lange gedauert, bis ihn die Öffentlichkeit entdeckte.
Klein, wendig, intelligent: Andrés Iniesta spielt den Ball durch Lücken, die sonst keiner sieht - darauf setzt Spanien. Dabei hat es lange gedauert, bis ihn die Öffentlichkeit entdeckte.
Die Mittelstürmerfrage lässt Spanien nicht zur Ruhe kommen. Wer soll für den Welt- und Europameister die Tore schießen? Trainer del Bosque gibt sich unbeeindruckt.
Als Andres Iniesta nach Barcelona kam, weinte er bitterlich. Seinen späteren Trainer schickte er dennoch in Rente. Ein Torjäger ist Iniesta nicht - zwei Treffer machten ihn aber berühmt. Teil 8 des FAZ.NET-EM-Countdowns.
Der FC Chelsea hat mit zehn Mann dem FC Barcelona getrotzt und durch ein 2:2-Unentschieden im Halbfinal-Rückspiel das Endspiel der „Königsklasse“ erreicht. Tragische Figur des Abends ist Lionel Messi, der zuerst einen Elfmeter gegen die Latte und dann einen Schuss an den Pfosten setzt.
Das Wiedersehen weckt Erinnerungen: Iniestas später Treffer im Halbfinale der Champions League 2009 bescherte Chelsea ein Trauma, unter dem auch Ballack heute noch leidet. Jetzt steht die Revanche an.
Der Titelverteidiger marschiert Richtung Endspiel. Im Viertelfinal-Rückspiel setzt sich Barcelona gegen den AC Mailand sicher mit 3:1 durch. Überragender Spieler ist abermals Lionel Messi, der eine weitere Bestmarke aufstellt.
Messi war, ist und bleibt Weltfussballer. Schon recht, aber: So weit, so langweilig. In unserer ganz eigenen Welt-Elf taucht der Argentinier aus anderen Gründen gar nicht auf.
Es war nicht gut, die Beine von Andrés Iniesta als Überschrift zu benutzen. Letzten Sonntag hat er sich verletzt, und ich fühle mich mitverantwortlich. Überhaupt haben wir hier vielleicht etwas viel von Beinen gesprochen, und da ja am 27. Mai noch das Champions-League-Finale ansteht, ist es wirklich Zeit für etwas anderes. Nur entgeht man der Sache nicht immer so leicht. Heute zum Beispiel kam da wieder diese E-Mail von einem spanischen Hostessen-Service, der mir gelegentlich seine vielfältigen Dienste anbietet (Messen, Tagungen, Modenschauen, alles sehr seriös und wahrscheinlich unbezahlbar), und was sehe ich, als ich dem Link folge?
Bei der Fußballexpertenrunde von Digital +, die für die spanischen Zuschauer die Champions League analysiert, haben zwei von sechs Leuten eine Lanze für den FC Chelsea gebrochen. Es sei ungerecht, die Spielweise der Engländer steril und betonhaft zu nennen, sie sei vielmehr kompakt, athletisch und überaus geschickt. Wer so auftrete, habe Fußball begriffen. Immerhin sei Chelsea die einzige Mannschaft in der ganzen Saison, die Barça zweimal ernsthaft in Schwierigkeiten gebracht habe. Was natürlich stimmt.