Zahlen umstritten : Lohnlücke in Hessen etwas geringer als im Bund

Die Lohnlücke, die keine strukturellen Unterschiede berücksichtigt, liegt in Hessen wie im Bund bei 18 Prozent. Ansonsten schneidet Hessen etwas besser ab. Die Zahlen sind aber umstritten.
Frauen in Hessen bekommen im Schnitt 5,5 Prozent weniger Lohn als Männer, wenn man sie in ähnlichen Tätigkeiten und mit ähnlicher Qualifikation vergleicht. Diese sogenannte bereinigte Lohnlücke ist in Hessen leicht geringer als im Bundesschnitt (5,9 Prozent). Darauf weist das Statistische Landesamt in Wiesbaden anlässlich des „Equal Pay Day“ am Mittwoch hin. Die unbereinigte Lohnlücke, die keine strukturellen Unterschiede berücksichtigt, liegt bei 18 Prozent.
Wie aussagekräftig diese Zahlen sind, um Lohndiskriminierung zu belegen, ist umstritten. Dabei handele sich um „die Folge von Millionen individueller Entscheidungen“, nicht um ein Zeichen von Benachteiligung, meint etwa der Arbeitgeberverband Hessenmetall.
Equal-Pay-Day-Aktivisten verweisen darauf, dass vor allem die Kindererziehung zu den Lohnunterschieden führe, und damit vor allem Frauen beauftragt würden. Jede zweite Frau arbeitet darum nur Teilzeit, womit sie geringere Chancen auf Beförderungen und Gehaltserhöhungen habe. Dass dies nicht zwangsläufig ist, zeigt sich in Ostdeutschland. Dort sind deutlich mehr Frauen vollzeitbeschäftigt und die Lohnlücke ist erheblich kleiner.




