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„Wertschöpfung in Gefahr“ : Wassermangel im Edersee: Anlieger fordern mehr Rechte

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Wassermangel: Weil der Edersee nur zu einem Viertel gefüllt ist, sind etwa die Ruinen einst aufgegebener Dörfer zu sehen Bild: dpa

Der Edersee ist nur zu einem Viertel mit Wasser gefüllt. Gleichwohl muss er Wasser an die Weser abgeben. Bootsverleihe, Surfschulen und Gastronomie schlagen nun Alarm

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          Mit einer Petition im Internet wollen Touristikanbieter, Firmen und Wassersportler in Nordhessen für mehr Wasser im Edersee kämpfen: Man fordere rechtliche Mittel, um die eigenen Belange bei der Bewirtschaftung des Stausees durchzusetzen, sagte Thomas Hennig von der Wassersportgemeinschaft Eder-Diemelsee. Am Donnerstag hatten über 8000 Menschen die Petition auf der Webseite Open Petition unterzeichnet, knapp 5000 aus der Region.

          Der Edersee ist nur zu 24 Prozent gefüllt. Trotzdem wird immer wieder Wasser abgelassen, um die Schifffahrt auf der Oberweser zu sichern. Der Wassermangel im Edersee schade Bootsverleihen, Surfschulen, der Gastronomie und den Campingplätzen, monieren die vom Tourismus abhängigen Gewerbetreibenden, die mit Umsatzeinbrüchen kämpfen.

          „Missmanagement“ bei der Wasserwirtschaft

          150 Millionen Euro Wertschöpfung und 3000 Arbeitsplätze hingen am Tourismus. Sie seien wegen des „Missmanagements“ bei der Wasserwirtschaft gefährdet, sagte Hennig.

          Die Wassersportgemeinschaft vertritt nach eigenen Angaben unter anderem 10.000 Wassersportler, vier Segel- und Surfschulen, acht Bootsverleihbetriebe, 15 Campingplätze und 60 Hotel- und Gaststättenbetriebe. Die Petition läuft noch knapp einen Monat im Internet. Auch in der realen Welt sammele man Unterschriften, 2000 seien es bisher. Eigentlicher Adressat der Aktion ist laut Hennig das Bundesverkehrsministerium: Es solle die Betriebsvorschrift für den Edersee ändern.

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