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560 Wohnungen geplant : Darmstädter Messplatz wird zum Wohnquartier

  • -Aktualisiert am

Sprengstoffhaltig: Bei der Untersuchung, ob auf dem Messplatz gebaut werden kann, wurde im März eine Fliegerbombe entdeckt und entschärft. Bild: dpa

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft in Darmstadt treibt die Pläne zur Erschließung des Nordens der Stadt voran, auf dem auch günstige Unterkünfte vorgesehen sind. Der Klimaschutz soll höchste Priorität genießen.

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          Das Vorhaben, den Messplatz in ein Wohnquartier umzugestalten, kommt voran. Wie die städtische Wohnungsbaugesellschaft Bauverein mitteilte, werde mit der Erschließung des im Norden Darmstadts gelegenen Areals die gemeinsam mit der Stadt verfolgte „Strategie der innenstädtischen Entwicklung fortgesetzt“. Dazu gehöre es, außer 560 Wohnungen mit fast 42.000 Quadratmetern Fläche ein modernes Mobilitätskonzept zu entwickeln. Das neue Viertel solle zudem grün, lebenswert und nachhaltig geplant und dabei den städtischen Beschluss, demnach der Klimaschutz „höchste Priorität“ genieße, berücksichtigen, hieß es weiter.

          Ein Teil der Wohnungen solle ferner gemäß städtischer Beschlüsse für Haushalte mit mittlerem und geringem Einkommen zur Verfügung gestellt werden. Zu den Quadratmeterpreisen äußerte sich das Unternehmen jedoch noch nicht.

          Auch sei noch nicht bekannt, wann der Bau genau beginnen solle. Zwar war in der Vergangenheit vom Jahr 2022 die Rede gewesen. Das aber bestätigte ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage nicht mehr. Zunächst würden die Pläne dem Gestaltungsbeirat der Stadt vorgelegt. Wann das geschehen solle, stehe noch nicht fest.

          Mehrere vergleichende Vorschläge erstellt

          Erste Pläne für das innenstadtnahe Gelände bestehen bereits seit einiger Zeit. Bevor die Stadt Ende 2019 das Areal an die Bauverein-Tochter BVD daheim GmbH & Co. KG verkauft hatte, war ein Planungsbüro damit beauftragt worden, ein vorläufiges städtebauliches Konzept zu erarbeiten. Nach dem Kauf waren in einem zusätzlichen Verfahren mehrere vergleichende Vorschläge erstellt und der Stadt sowie externen Beratern vorgestellt worden, teilte der Bauverein mit.

          Auf dem Messplatz, der nördlich von Marburger, südlich von Alsfelder und östliche von Arheilger Straße umfasst ist, werde außer den geplanten Wohnungen unter anderem eine Kindertagesstätte errichtet. Rund 8000 Quadratmeter im Westen des Areals seien zudem für Gewerbeimmobilien vorgesehen.

          Ende des vergangenen Jahres hatten Darmstadts Stadtverordnete mit den Stimmen von Grünen, CDU und SPD dem Verkauf des Messplatzes an die Bauverein-Tochter BVD daheim zugestimmt. Bis dato wurde der Platz nahe dem dichtbesiedelten Martinsviertel und eines Schulzentrums unter anderem als Parkplatz und für die Darmstädter Herbst- und Frühjahrsmesse genutzt. Der Rummel mit zahlreichen Fahrgeschäften und Buden hatte zuletzt jedoch immer weniger Besucher angelockt, wie es hieß. Ob die Veranstaltungen für die Zukunft jedoch in die Innenstadt verlegt würden, stehe noch nicht fest.

          Der Messplatz hatte im März dieses Jahres eine gewisse Bekanntheit erlangt, als bei Sondierungen auf dem künftigen Baugelände eine 500 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden war. Rund 9000 Anwohner mussten während der daraufhin folgenden Entschärfung ihre Wohnungen verlassen.

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