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Frankfurt ist voll : Busse sollen nicht mehr an Gutleutstraße parken

Geparkte Ärgernisse: Busse entlang der Frankfurter Gutleutstraße Bild: Wolfgang Eilmes

Über parkende Reisebusse an der Gutleutstraße ärgern sich zahlreiche Anwohner. Die Koalition im Frankfurter Römer kritisiert „unhaltbare Zustände“ und sieht den Magistrat in der Pflicht.

          Die Gutleutstraße westlich der Camberger Straße hat sich in den vergangenen ein bis zwei Jahren zu einem einzigen langgezogenen Busparkplatz entwickelt. Das Parken dort habe dramatisch zugenommen, stellen die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen fest und sprechen von „unhaltbaren Zuständen“. Diese müssten beendet werden, so die Forderung in einem gemeinsamen Antrag an die Stadtverordnetenversammlung.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Im Detail sehen die unhaltbaren Zustände laut den Koalitionsfraktionen folgendermaßen aus: Die Busfahrer lassen oft stundenlang oder in Intervallen den Motor ihrer Fahrzeuge laufen, um bei Kälte ihre Heizung oder bei Hitze ihre Klimaanlage in Gang zu halten. Anwohner klagten deshalb über Belästigungen durch Lärm und Abgase. Verstärkt werde diese Belästigung dadurch, dass manche Fahrer in den Bussen übernachteten oder die Nachtruhe der Anwohner durch Ein- und Ausparken störten, weil beim Rückwärtsfahren ihre Fahrzeuge einen Warnton erzeugten.

          Öl, Müll und der Inhalt von Toiletten

          Zudem sorgen die Busfahrer laut Antrag für nicht hinnehmbare hygienische Zustände. Viele von ihnen reinigten an den Parkplätzen entlang der Gutleutstraße ihre Busse und hinterließen den gesamten Müll – oft einschließlich des Inhalts ihrer Toiletten-Tanks – auf der Straße oder dem Bürgersteig. Fahrer, die dort nächtigten, verrichteten demnach sogar ihre Notdurft an Ort und Stelle.

          Darüber hinaus würden einige der Fahrer auf einem der Parkplätze auch ihre Busse warten, bis hin zu Ölwechseln. Den Dreck ließen sie einfach zurück. Zur Reinigung klappten sie die Gepäckklappen hoch, diese ragten ungesichert auf den vielbefahrenen Radweg entlang der Gutleutstraße. Das sei gefährlich für die Radfahrer.

          Verbote werden systematisch missachtet

          Ein weiteres Ärgernis für die Anwohner besteht laut Koalitions-Fraktionen darin, dass durch das Busparken viele Parkplätze blockiert werden, offenbar auch im Anwohner-Parkbreich. Diese Parkplätze fehlen nicht nur den Bewohnern der angrenzenden Siedlungen, sondern auch den Schülern der Werner-von Siemens-Berufsschule, die dann zwangsläufig ihre Fahrzeuge illegal auf Anwohnerparkplätzen abstellen müssten, heißt es in dem Antrag. Zu bestimmten Zeiten sei das Gebiet so zugeparkt, dass Bewohner der Wurzelsiedlung teilweise ihre Hauseingänge nur unter Schwierigkeiten hätten verlassen können.

          In ihrem Antrag fordern CDU, SPD und Grüne den Magistrat auf, ein Parkverbot auf der nördlichen Seite der Gutleutstraße zwischen Camberger Straße und Erntestraße ins Auge zu fassen. Auf der Südseite der Gutleutstraße gibt es ein solches Verbot bereits. Doch wird es offensichtlich systematisch missachtet. Deshalb wird die Stadtregierung in dem Antrag darüber hinaus aufgefordert, das illegale Abstellen von Bussen entlang der Gutleutstraße regelmäßig zu überwachen und Verstöße streng ahnden zu lassen. Dabei sollten die Ordnungsbehörden nicht nur Strafzettel ausstellen, sondern auch Falschparker abschleppen oder Parkkrallen anbringen

          Busse verstellen den Blick auf die Skyline

          Allerdings sehen die Regierungs-Fraktionen durchaus das Problem der Busfahrer, in der Nähe der Innenstadt Parkplätze zu finden. Sie fordern den Magistrat deshalb auf zu prüfen, ob im hinteren westlichen Bereich der Gutleutstraße vom Briefzentrum an legale Parkplätze für Busse eingerichtet werden können.

          Probleme mit parkenden Bussen gibt es nicht nur an der Gutleutstraße, sondern auch an der Paulskirche und am südlichen Mainufer. Busfahrer dürfen neben dem Paulsplatz halten und die Fahrgäste aussteigen lassen, aber nicht parken, woran sich manche jedoch nicht halten. Am südlichen Mainufer sind regulär Parkplätze für Busse ausgewiesen. Doch es gibt Klagen, dass die abgestellten Fahrzeuge den Blick auf das nördliche Mainufer und die Skyline verstellten.

          Im Verkehrsdezernat ist man sich der Schwierigkeiten bewusst und sucht nach einer Lösung. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) hat schon einmal angedeutet, dass das Parken am südlichen Mainufer keine Dauerlösung sein wird und dass die Stadt womöglich am Stadtrand Parkplätze ausweisen muss. Die Kontrolle der falsch parkenden Busse an der Gutleutstraße hingegen dürfte deshalb zum Problem werden, weil die Stadtpolizei personell an ihrer Leistungsgrenze operiert und zudem Probleme hat, Stellen zu besetzen.

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