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Wachsender Antisemitismus : „Die Zeit des bequemen Abwartens ist vorbei“

  • -Aktualisiert am

Erinnerung und Mahnung: Den wachsenden Antisemitismus führt Mirjam Wenzel nicht allein auf Flüchtlinge aus der arabisch-muslimischen Welt zurück. Bild: Wonge Bergmann

Was tun gegen den wachsenden Antisemitismus? Wie an die NS-Zeit und den Holocaust erinnern? Womit junge Leute erreichen? Museumsdirektorin Mirjam Wenzel sucht im Interview nach Antworten.

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          80 Jahre nach dem Pogrom vom 9. November 1938 wird in Frankfurt der Geschehnisse traditionell in der Paulskirche und in der Westend-Synagoge gedacht. Wird das zusehends zu einem hohlen Ritual?

          Zuerst einmal muss man sagen: Paulskirche und Synagoge sind denkbar unterschiedliche Orte, und die Veranstaltungen sind ebenfalls denkbar unterschiedlich.

          Inwiefern?

          In der Westend-Synagoge findet eine Gedenkzeremonie statt, die von Überlebenden und ihren Nachkommen initiiert wurde und in der ein Kaddisch für die Toten gesprochen wird. Es ist bemerkenswert, dass die Jüdische Gemeinde Frankfurt auch Repräsentanten der Stadt und des Landes einlädt. Die Westend-Synagoge wurde in der Pogromnacht von 1938 geplündert und angezündet. Hier der Toten zu gedenken ist ein besonderer und berührender Akt.

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