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Frankfurter katholische Kirche : „Wir müssen uns neu erfinden“

Der Dom in Frankfurt: Die katholische Kirche will sich neu erfinden. Bild: Philip Lisowski

Bischof Georg Bätzing hat viel Zeit in der Stadt verbracht. Für ihn muss sich Kirche verändern, aber den Kern wahren. Welcher Weg muss dafür gegangen werden?

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          Nach 50 Besuchstagen in Frankfurt hat der Limburger Bischof Georg Bätzing Schwerpunkte für die Arbeit der katholischen Kirche in der größten Stadt Hessens benannt. Während eines Pressegesprächs im Haus am Dom sagte er, die Kirche müsse zu Vielfalt und Integration beitragen. Außerdem sei es wichtig, dass die zu großen Einheiten zusammengelegten acht Pfarreien ein Profil entwickelten, das eine Balance zwischen Nähe und Weite garantiere, also „Beheimatung“ ermögliche und Schwerpunkte setze.

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Vor allem aber empfahl Bätzing, „die Realität wahrzunehmen: Ein einfaches ,Weiter so‘ kann es als Kirche nicht geben. Wir müssen uns in gewisser Weise neu erfinden, um zeitgemäß zu sein und attraktiv zu bleiben.“ Der Weg sei nicht einfach, viele scheuten den Übergang. Doch in einer Stadt, in der die Kirche an Relevanz und Bindungskraft verliere und nicht mehr auf eine „milieugestützte Weitergabe des Glaubens“ setzen könne, werde sie sich ohne Veränderung „in kurzer Zeit erübrigt haben“. Zurzeit leben etwa 150.000 Katholiken in Frankfurt, rund ein Fünftel der Bevölkerung; ein Drittel der Gläubigen sind Ausländer.

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