FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Comic „Aeroplane von Brescia" :
Kafka am Strand

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Flieg, Gedanke: Franz Kafka besucht im Italienurlaub mit Freunden eine Flugschau.
Flieg, Gedanke: Franz Kafka besucht im Italienurlaub mit Freunden eine Flugschau.Moritz von Wolzogen/ Edition Nathalia Laue

Puccini und D'Annunzio sind auch da: Als Kafka zusammen mit Max und Otto Brod im September 1909 eine italienische Flugschau bestaunt, ist er auf Urlaub. Und genießt das Leben.

„Wir sind angekommen.“ Endlich, sollte das wohl heißen. Und die Aufregung und Vorfreude der drei Freunde Franz, Max und Otto nach der langen Reise beschreiben. Schließlich sind sie in Italien, irgendwo in einer Wüstenei bei Brescia, wo gleich tollkühne Männer aus ganz Europa ins spätsommerliche Licht der Sonne treten, ihre seltsamen, die Gemüter der Zeit tief bewegenden Maschinen starten und sich in die Luft erheben. „Wir sind angekommen.“ So beginnt Franz Kafkas Reportage „Die Aeroplane in Brescia“, die 1909 in einer Prager Tageszeitung erschien. Und lässt doch, die Redaktion hatte den Text massiv gekürzt, heute wesentlich erscheinende Passagen aus.

Vor allem erfährt man kein Wort von den Umständen oder, wie man heute sagen würde, vom Kontext, der hier zwar nicht alles ist, aber doch ein anderes Licht wirft auf Kafkas Persönlichkeit, wie man sie sich bis heute gern imaginiert. Kaum eine Zeile hatte der angehende Schriftsteller bis dahin veröffentlicht, und glaubt man Moritz von Wolzogen, der Kafkas bis heute wenig bekannten Artikel nun in einen Comic übersetzt hat, war auch der frühe Ausflug in den Journalismus vor allem das Ergebnis einer Wette mit dem Freund Max Brod, um gegen Kafkas Schreibblockade anzuschreiben und die Reisekasse der drei Sommerfrischler aufzubessern. Was indes nur eine der zahlreichen Geschichten ist, die in dieser Reportage schlummern.

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