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Frankfurter Maler Nussbaum : Der vergessene Impressionist

Jakob Nussbaum galt seit 1900 als großer Frankfurter Maler. Nach Hitlers Machtübernahme packte er seine Koffer und emigrierte. Nun kehren seine Bilder zurück.

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          Freiluftmaler wurden sie damals genannt. Heute spricht man von Impressionisten. Die ganze Welt kennt ihre Namen: Claude Monet etwa, Paul Cézanne oder Pierre-Auguste Renoir. Und in Deutschland: Lovis Corinth oder Max Liebermann. Nur Jakob Nussbaum, den Frankfurter Impressionisten, der übrigens ein Freund Liebermanns war, kennt niemand mehr. Er hat 1900 in der Berliner Galerie von Bruno und Paul Cassirer, die als erste impressionistische Werke in Deutschland zeigten, ausgestellt. Seine Bilder hingen damals neben denen von Monet, Pissarro oder Sisley.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Jetzt hängen einige von Nussbaums Bildern im Haus aus Gemünden im Hessenpark, wo das Jüdische Museum noch das ganze Jahr über die von Eva Atlan sorgfältig kuratierte Ausstellung „Jakob Nussbaum – Frankfurter Impressionist“ zeigt. Zum Beispiel sein wunderbar farbiges Gemälde „Blick aus dem Atelier auf den Schaumainkai“. Dieses Atelier befand sich im Liebieghaus. Nussbaum war 1932 als Kunstprofessor an die Städtische Kunst- und Gewerbeschule Städel berufen worden, verbunden damit war ein Meisteratelier im Skulpturenmuseum gleich nebenan. Doch schon ein knappes Jahr später nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird Nussbaum wegen seiner jüdischen Herkunft entlassen.

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