FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Berliner Philharmoniker :
Im Fegefeuer verbrannt

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Kirill Petrenko interpretiert Bruckner in der Alten Oper.
Kirill Petrenko interpretiert Bruckner in der Alten Oper.Stephan Rabold

In der Frankfurter Alten Oper hat Chefdirigent Kirill Petrenko mit den Berliner Philharmonikern Bruckners fünfte Sinfonie schonungslos analytisch interpretiert und so in die Abgründe der Seele blicken lassen.

Dass Kirill Petrenko keine Kompromisse eingehen würde bei seiner Interpretation der fünften Sinfonie von Anton Bruckner, dass er die krassen Kontraste nicht abmildern würde, war sehr schnell klar. Auf die langsame Einleitung, die hier samt der schreitenden Pizzikato-Basslinie klar einen Requiem-Tonfall annahm, prallte der Allegro-Teil des ersten Satzes in der Lesart der Philharmoniker unter der Leitung ihres Chefdirigenten in der Alten Oper frontal und mit geballter Wucht. In den mächtigen Blöcken, die Bruckner ohne Mörtel aufeinandertürmt, waren aber sozusagen die Gesteinsmaserungen bis in die Details gezeichnet. Alles war dynamisch fein differenziert. Auffallend vielfarbig spielten die Streicher, vom gedeckten bis zum gleißend strahlenden Klang, der selbst gegenüber dem Fortissimo der großen Blechbläserbesetzung die Balance hielt.

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