Berliner Philharmoniker : Der Kontrapunktakrobat und die Komponistengattin

Viele musikalische Institutionen haben den 150. Geburtstag von Max Reger übersehen, die Berliner würdigten den Jubilar mit dessen Mozart-Variationen in aller Sensibilität.
Mit diesen beiden Orchesterwerken zweier Zeitgenossen haben die Berliner Philharmoniker die laufende Konzertsaison, die fünfte ihres Chefdirigenten Kirill Petrenko, in der heimischen Philharmonie eröffnet, nahmen Max Regers Mozart-Variationen op. 132 und die Sinfonische Dichtung „Ein Heldenleben“ op. 40 von Richard Strauss zu den Salzburger Festspielen mit, führen sie auf ihrer aktuellen Asien-Tournee auf und spielten sie, unmittelbar bevor sie nach Japan und Südkorea aufbrachen, nun in der Alten Oper Frankfurt. Nahe also an den Orten der jeweiligen Uraufführung. Doch während die vor Komponistenstolz strotzende Strauss-Tondichtung, bei der Frankfurter Uraufführung 1899 von ihm selbst dirigiert, seit jeher Orchestern zur Demonstration kollektiven Könnens dient, wird Regers Folge von acht „Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart“ heute ähnlich selten aufgeführt wie die anderen, überwiegend in den letzten Lebensjahren entstandenen Orchesterwerke des bei der Wiesbadener Uraufführung 1915 von seinem ruinösen Lebensstil schon todkranken Komponisten.
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