https://www.faz.net/-gzg-98mi7

Kaufhaus-Brandstiftung der RAF : Geburtsstunde des Terrorismus

  • -Aktualisiert am

Gerichtstheater: Thorwald Proll (v.l.n.r.) raucht auf der Anklagebank Zigarre, Horst Söhnlein, Andreas Baader und Gudrun Ensslin nehmen die Sache auch nicht ernst. Bild: dpa

Noch wurde niemand getötet. Doch die Kaufhaus-Brandstiftung in Frankfurt vor 50 Jahren bereitete die Anschläge und Morde der Roten Armee Fraktion vor.

          3 Min.

          „Es war ein Fehler und ein Irrtum.“ Hat Andreas Baader diesen Satz vor dem Landgericht Frankfurt im Oktober 1968 ernst gemeint? Eher nicht, möchte man im Nachhinein sagen. Denn nach der Verurteilung Baaders und der anderen drei Kaufhaus-Brandstifter Gudrun Ensslin, Thorwald Proll und Horst Söhnlein zu jeweils drei Jahren Zuchthaus tauchten er, Ensslin und Proll, nachdem ihre Revision verworfen worden war, unter und flohen zunächst nach Paris. Zwar wurde Baader nach einem Hinweis eines V-Mannes im April 1970 festgenommen. Doch am 14. Mai 1970 befreiten Ulrike Meinhof und andere Baader bei einer Ausführung aus dem Gefängnis ins Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen, wo die Journalistin Meinhof mit ihm angeblich für eine Buch über Heimzöglinge sprechen wollte. Diese Baader-Befreiung gilt gemeinhin als die Geburtsstunde der Baader-Meinhof-Bande, die sich selbst Rote Armee Fraktion (RAF) nannte.

          Der Terror, in den einige Aktivisten aus der Achtundsechziger-Bewegung schließlich abglitten, hatte seinen Ausgang zwei Jahre früher genommen: am 2. April 1968, mit der Frankfurter Kaufhaus-Brandstiftung von Baader und seinen drei Mittätern. Kurz vor Mitternacht brach in den Kaufhäusern Schneider und Kaufhof auf der Zeil Feuer aus. Den Brand im heute nicht mehr existierenden Kaufhaus Schneider konnte die Feuerwehr recht schnell unter Kontrolle bringen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Die neue Nummer Zwei im Staat: Kamala Harris

          Kamala Harris : Vizepräsidentin in Turnschuhen

          Die Stellvertreterin des Präsidenten leitet eine neue Ära ein: als erste Frau und erste Schwarze in ihrem Amt. In der Politik Joe Bidens wird Kamala Harris eine wichtige Rolle spielen.