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Züge mit W-Lan : Der RMV hat nichts falsch gemacht

Der RMV stattet seine Regionalzüge und S-Bahnen mit W-Lan aus. Aber lohnt sich das überhaupt? Bild: dpa

Die Regionalzüge und S-Bahnen des Rhein-Main-Verkehrsbundes sollen allesamt mit W-Lan ausgestattet werden. Aber lohnt sich das in Zeiten des mobilen Internets überhaupt? Ein Kommentar.

          Ein fröhlicher Reisender, der während der Zugfahrt im Internet surft – so zeigt es die Werbung. Doch manchmal ist es im ICE von München nach Hamburg nicht so weit her mit der Internetverbindung. Deutschland spielt nämlich mit seinem Mobilfunknetz nicht in der Champions League. Dabei besteht doch der Vorteil des Bahnreisens darin, dass die Fahrgäste Hände und Kopf frei haben für den Computer oder das Smartphone. In der Konkurrenz zum Auto sollte der öffentliche Nahverkehr diesen Trumpf ausspielen. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) hat das erkannt und rüstet S-Bahnen sowie Regionalzüge und sogar seine Fahrkartenautomaten mit W-Lan aus. Dass der Verbund hier in Deutschland ein Vorreiter ist, macht seine Kundschaft gewiss nicht traurig.

          Doch könnte die Ausstattung von Fahrzeugen und Automaten mit W-Lan-Routern womöglich eine Fehlinvestition sein? In Frankfurt jedenfalls zögern das Verkehrsdezernat und die städtische Verkehrsgesellschaft, diesen Weg einzuschlagen. Man kann sich das leisten, weil in der Mainmetropole das Mobilfunknetz so leistungsstark ist, dass man fast überall ohne Probleme ins Internet kommt – selbst in den Tunneln der U-Bahn. Wieso sollte man dann Geld für W-Lan in Straßenbahnen oder U-Bahnen ausgeben?

          Das gilt auch für andere große Städte im Rhein-Main-Gebiet, etwa für Wiesbaden oder Darmstadt. Doch S-Bahnen und Regionalzüge rollen auch durch ländliche Gebiete, wo Pendler einen Internetzugang zuweilen nicht so leicht finden. Deswegen ist die Investition des RMV in W-Lan völlig gerechtfertigt. Fragt sich nur, wie lange man noch W-Lan braucht. Ist das Land erst einmal bis zur letzten Milchkanne mit 5G-Mobilfunk ausgestattet, braucht man wahrscheinlich kein W-Lan mehr. Tatsächlich hat die Bundesregierung angekündigt, den Ausbau eines 5G-Netzes zu forcieren.

          Doch viele Bürger, die heute noch auf einen 4G-Anschluss warten, wissen, was von einem solchen Versprechen zu halten ist, nämlich nicht allzu viel. Bis tatsächlich die letzte Milchkanne angeschlossen ist, sind die jetzt neuen Züge mit W-Lan schon im Vorruhestand angekommen. Man kann also dem RMV in Bezug auf seine W-Lan-Aktivitäten beruhigend zurufen: „Nichts falsch gemacht.“

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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