Wagners Lohengrin : Lohengrin

Der romantische Ritterkitsch und das deutschnationale Pathos führen ins Wagners „Lohengrin“ aus heutiger Sicht an den Rand des Lachhaften.
Diederich Heßling, der Titelheld in Heinrich Manns Roman „Der Untertan“, ist als autoritärer Charakter und als Person gewordene „Geschichte der öffentlichen Seele unter Wilhelm II.“ sofort hellauf begeistert von Richard Wagners „Lohengrin“. Bei einem Opernbesuch mit seiner Guste steht ihm mit „dummseligen Augen“ der Mund offen, als der Schwanenritter in wundersamer Weise auf der Bühne erscheint: „Er kam, funkelte, schickte den Zauberschwan fort, funkelte noch betörender. Mannen, Edle und der König unterlagen alle derselben Verblüffung wie Diederich. Nicht umsonst gab es höhere Mächte . . . Ja, die allerhöchste Macht verkörperte sich hier, zauberhaft blitzend.“ Köstlich schildert Heinrich Mann im Folgenden den Inhalt der Oper aus Heßlings naiv-kunstferner und herrischinterpretierender Sicht.
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