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Nach acht Wochen Verbot : „Bordelle wieder öffnen“

Zu: Frankfurter Bordell in der Corona-Krise Bild: Maximilian von Lachner

Weil der weiterhin geltende Mindestabstand von anderthalb Metern nicht eingehalten werden kann, sollen Bordelle nach wie vor geschlossen bleiben. Der Verein Doña Carmen findet das nicht gut und macht einen Vorschlag.

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          Der Verein Doña Carmen fordert, dass Bordelle wieder öffnen dürfen. Seit acht Wochen ist deren Betrieb wegen der Corona-Pandemie verboten. Eine Lockerung in der nächsten Zeit ist nicht vorgesehen, weil der weiterhin geltende Mindestabstand von anderthalb Metern nicht eingehalten werden kann.

          Florentine Fritzen
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dem eingetragenen Verein, der sich für die Rechte von Prostituierten einsetzt, geht es nach eigenen Angaben nicht bloß um die wirtschaftlichen Interessen der Prostituierten. Im Mittelpunkt stehe vielmehr ein „selbstverantworteter Umgang mit Infektionskrankheiten“. Auch in Zeiten von Covid-19 schlössen Gesundheitsschutz und Prostitution einander nicht aus. Dafür sei aber ein „Paradigmenwechsel hin zu einem selbstverantworteten und informierten Umgang mit der Infektionskrankheit“ nötig. Das Gewerbe habe es geschafft, „mit der HIV/AIDS-Pandemie“ zu leben. Das sei auch jetzt mit Covid-19 möglich.

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          Doña Carmen schlägt daher vor, dass Bordelle mit Gesundheitsämtern Hygienepläne beraten. Diese Pläne sollten statt Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln den Schutz der tatsächlichen Risikogruppen in den Mittelpunkt stellen. Gemeint sind damit ältere Kunden und Kunden mit Vorerkrankungen.

          Der Verein hält die Abstandsregel zur Eindämmung des Coronavirus „für sachlich unangebracht, irreführend und in keiner Weise geeignet, eine fortgesetzte Einschränkung der Grundrechte im Allgemeinen sowie der Prostitutionsverbote im Besonderen zu rechtfertigen“. Bund und Länder hatten den Mindestabstand am 22.März beschlossen. Doña Carmen argumentiert, laut Robert-Koch-Institut sei der Höhepunkt des „Erkrankungsbeginns“ bundesweit schon der 16.März gewesen.

          Wegen der Inkubationszeit müsse der Höhepunkt der Infektionen um weitere fünf bis sechs Tage rückdatiert werden, also auf den 10. oder 11. März. Somit seien die Infektionen schon rund zwei Wochen vor der Einführung der Mindestabstandsregel zurückgegangen. Die Vorschrift könne also „logischerweise nicht ursächlich für den Rückgang der Neuinfektionen sein“.

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