Extremes Schauspiel : Sehen, was ein Vogel sieht

Vom Turm der Paulskirche zur Spitze des Doms balancierte Philippe Petit und ließ dabei 1200 Jahre Frankfurter Stadtgeschichte Revue passieren. Es war ein im wahrsten Wortsinne überirdisches Schauspiel.
An jenem denkwürdigen 12. Juni 1994, da Philippe Petit auf dem Turm der Paulskirche auf den richtigen Moment für seinen Hochseillauf zur Spitze des Domturms wartete, erfasste den damaligen Frankfurter Oberbürgermeister Andreas von Schoeler auf der Ehrentribüne ein kurzer Moment der Panik. Eine dunkle Wolke mit Böen im Gefolge war aufgezogen, Petit konnte seinen Lauf nicht beginnen und wartete auf eine Wetterbesserung. Der Oberbürgermeister, sich plötzlich des hohen Risikos dieses Vorhabens bewusst werdend, wandte sich beklommen an Johnny Klinke und Margareta Dillinger vom Tigerpalast, die diesen Lauf als Höhepunkt der damaligen 1200-Jahr-Feier der Stadt Frankfurt initiiert hatten, und fragte: „Kann Petit abstürzen?“
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