Früherkennung : Nur jede zweite Frau nutzt Krebsscreening

Je früher eine Brustkrebserkrankung entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Auch belastende Behandlungen können so häufiger vermieden werden.
Nur etwa die Hälfte aller eingeladenen Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren hat im vergangenen Jahr in Hessen das Brustkrebs-Screening genutzt, so eine Auswertung des Referenzzentrums Mammographie SüdWest, der zentralen Einrichtung des Programms in Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Bei den Screening-Zentren handele es sich um ein qualitätsgesichertes, bundeseinheitliches System, so Karin Bock, leitende Ärztin des Referenzzentrums. Die Aufnahmen würden von zwei Ärzten begutachtet, die als Vorgabe mindestens 5000 solcher Bilder pro Jahr sichten und beurteilen müssen.
Für Uwe Wagner, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Gießen und Marburg, steht der Nutzen des Screenings außer Frage. „Das Überleben ist und bleibt stadienabhängig“ – je größer Tumore sind, desto höher sei auch die Wahrscheinlichkeit, dass Lymphknoten befallen seien. Und desto größer und für die Patientinnen belastender sei der therapeutische Aufwand, der betrieben werden muss, ob durch Operationen, Chemo- oder Strahlentherapien. Bundesweit ist Brustkrebs laut Robert Koch-Institut mit etwa 75.000 Neuerkrankungen jährlich die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Etwa eine von acht Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens. Etwa 18.500 Frauen sterben jedes Jahr daran.




