Vor 75 Jahren : Als die Frankfurter Hauptstadt-Träume platzten

1949 war Frankfurt noch immer eine Trümmerlandschaft. Immerhin das Goethehaus wurde zügig wieder aufgebaut. Doch dann erfuhr die Stadt eine grandiose Niederlage.
An Silvester lassen die Frankfurter es traditionell krachen. Allerdings gibt es immer mehr Menschen, die angesichts der Knallerei das schlechte Gewissen plagt und die das alljährliche Feuerwerk wegen des Feinstaubs, wegen des Hungers in der Welt oder wegen der Belastung von Hunden, Katzen und Vögeln ablehnen. Das war vor 75 Jahren noch ganz anders. Damals machten alle Frankfurter noch unbekümmert Krach. „Als endlich die Uhrzeiger auf die Zwölf zuckten, erhob sich ein Getöse, als würde nicht nur Frankfurt, sondern die ganze Welt aus den Angeln gehoben“, berichtete der Reporter der „Frankfurter Rundschau“ über den Rutsch von 1948 in das neue Jahr 1949. Allerdings konnten sich wegen der auch mehr als drei Jahre nach Kriegsende in Deutschland herrschenden Not nur die Wenigsten ein Privatfeuerwerk leisten. Laut war es trotzdem, oft ersetzte die menschliche Stimme die kostspieligen Knallkörper. Der Reporter vermeldete: „Es hing ein großes Singen, Musizieren und Jubeln über der Stadt.“
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