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Politikum Zuschauerzahl : Eintracht Frankfurt will vor Gericht ziehen

Für das Frankfurter Station sollen nur 5.000 Fans Einlass erhalten. Die Eintracht wehrt sich dagegen. Bild: dpa

Eintracht Frankfurt hält die von der Landesregierung gesetzte Obergrenze von 5000 Zuschauern beim Vorbereitungsspiel gegen Saint-Étienne für nicht gerechtfertigt. Nun will der Bundesligist vor Gericht ziehen.

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          Zwischen Frankfurt und der Landesregierung gibt es Streit: Anlass ist die Frage, wie viele Zuschauer am Samstag beim Testspiel von Eintracht Frankfurt gegen Saint-Étienne dabei sein dürfen. Während das örtliche Gesundheitsamt sich, wie berichtet, mit dem Verein auf 10.000 inklusive eines Hygienekonzepts verständigt hatte, will das Sozialministerium nur die Hälfte erlauben. Eintracht-Justitiar Philipp Reschke kündigte am Montag an, der Verein werde, falls das Gesundheitsamt erwartungsgemäß seinen Bescheid ändere, diesen im Eilverfahren vom Verwaltungsgericht überprüfen lassen – auch mit Blick auf die Mitte August beginnende Erstligasaison. Eine solche Limitierung sei weder aufgrund der Bestimmungen gerechtfertigt noch geeignet, das Ziel eines besseren Infektionsschutzes zu erreichen, sagte Reschke der F.A.Z.

          Marie Lisa Kehler
          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
          Helmut Schwan
          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          In dem Konflikt geht es um die Bedeutung des Grenzwerts von 35 bei der Inzidenz, das heißt der Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Frankfurt pendelt seit Tagen um diesen Wert, am Montag erreichte er 36,7. Das Ministerium machte für das Verbot eine Übereinkunft geltend, welche die Chefs der Staatskanzleien Anfang Juli getroffen hatten. Damit sollte vor allem eine allmähliche Rückkehr der Fans in die Stadien in der vermeintlich abklingenden Pandemie ermöglicht werden. In diesen „Leitlinien für große Sportveranstaltungen mit länderübergreifendem Charakter und für andere Großveranstaltungen“ heißt es, derzeit sei es bei einer Inzidenz unter 35 möglich, bis zu 50 Prozent der Stadionkapazität zu nutzen, maximal jedoch bis zu 25.000 Zuschauer. Die am Sonntag vom hessischen Sozialministerium verbreitete „Klarstellung“ weist darauf hin, dass mehr als 5000 Fans nicht zugelassen werden dürften, falls am Austragungsort die Inzidenz über 35 liege und das Infektionsgeschehen nicht klar eingrenzbar sei. Entgegen der Ansicht des Frankfurter Gesundheitsamts gelte die Obergrenze von 5000 absolut, es könnten daher nicht noch Genesene oder doppelt Geimpfte hinzukommen. Diese Regelung zwischen den Ländern sei unmissverständlich und folge dem Leitgedanken, dass Öffnungsschritte stets „besonnen und immer mit Blick auf die aktuelle Entwicklung des Pandemiegeschehens“ unternommen werden sollen.

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