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Vier Gegentore in Dresden : Darmstädter Delle

  • -Aktualisiert am

Die Bestätigung des Mahners: Aytac Sulu nach der Niederlage in Dresden Bild: Jan Huebner

1:4 in Dresden – vier Gegentore sind für die „Lilien“ schmerzhaft. Der Gegner setzt dabei Waffen ein, die eigentlich zum Arsenal der Hessen gehören.

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          Als ob die Mannschaft Aytac Sulus Appell vom Wochenende zuvor Nachdruck verleihen wollte. Die Erwartungen nach dem guten Saisonstart bitte schön mal erheblich dämpfen, hatte der Kapitän des SV Darmstadt 98 an die eigenen Fans adressiert. Ein glückliches 1:1 daheim gegen Sandhausen und eine gepfefferte 1:4-Niederlage bei Dynamo Dresden später kommen die „Lilien“ wieder geerdet daher.

          Ein Misserfolg in Dresden – das kann passieren in dieser engen wie undurchsichtigen Zweiten Fußball-Bundesliga. Doch gleich so viele Gegentreffer? Nichts verabscheut Cheftrainer Dirk Schuster mehr, als wenn es, aller priorisierten defensiven Sicherungssysteme zum Trotz, ordentlich einschlägt im eigenen Kasten. „Vier Gegentore tun uns richtig weh. In der Analyse haben wir jetzt viel zu tun um die Fehler aufzuarbeiten. Wir müssen die richtigen Schlüsse aus den vier Gegentoren ziehen“, sagte Schuster nach der missglückten Dienstreise in den Osten.

          Dresden als besseres Darmstadt

          Schon nach drei Minuten schenkte SVD-Flügelmann Marcel Heller den Sachsen durch plumpes Einsteigen im eigenen Strafraum einen Strafstoß, den Koné verwandelte. Heller selbst stellte in der 18. Minute zwar auf 1:1, und die „Lilien“ schienen anschließend stabilisiert. Doch nach der Pause fälschten Fabian Holland und Heller die Schüsse der Dresdner Ebert (56.) und Heise (60.) unhaltbar ins eigene Netz ab. Koné setzte nach kapitalem Fehlpass von Tobias Kempe in der Nachspielzeit den Schlusspunkt in einem Spiel, in dem die Darmstädter mit zwei Schüssen auch noch am Querbalken des Dresdner Tores scheiterten.

          Nun ist jeder Hinweis der SVD-Spieler auf das gehörige Maß an Pech, das die Darmstädter in Dresden verfolgte, sicher richtig. Und auch die Tatsache, dass das Glück den Sachsen hold war, steht angesichts von drei Treffern nach abgefälschten Schüssen nicht in Frage. Doch Schuster tat gut daran, sich mit dieser Welt- und Spielsicht nicht zufriedenzugeben. „Es war eher ein Grundsatzproblem, dass man von außen das Gefühl hatte, dass Dynamo gieriger auf das Gewinnen von Zweikämpfen war“, sagt der 50-Jährige. So gesehen war Dynamo Dresden am Samstagnachmittag das bessere Darmstadt 98. Zweikampfhärte, schnelles Umschaltspiel, Charakterstärke, Mentalität – Schuster fand mehrere Tugenden, die man gemeinhin mit den „Lilien“ verbindet, die jedoch von den Dresdnern an diesem Tag mehr verkörpert worden sind.

          Groll bei den Profis in der zweiten Reihe

          Man sei „mit den eigenen Waffen geschlagen worden“, so Schuster. Der nun wohl inständig hofft, dass dies in der zweiten Liga nicht Schule machen möge. Dass sich dieser Befund nicht zu einem Trend auswächst, dem können die Südhessen in dieser englischen Woche schon flott entgegenwirken. An diesem Dienstagabend (18.30 Uhr) geht es am heimischen Böllenfalltor gegen Arminia Bielefeld weiter. Und dann wird man sehen, wie sich die erste Delle in dieser bis vor zehn Tagen so erfreulichen Darmstädter Saison auswirkt.

          Spannend zu sehen sein wird auch, wie Schuster personell reagiert. Das Finden einer Stamm-Elf und das Festhalten an dieser ist für den SVD-Chefcoach ein hohes Gut. Was gleichzeitig aber auch für Groll bei den Profis in der zweiten Reihe sorgt, zumal Schuster vor fast jedem Spiel ankündigt, wie sehr sich die Ersatzleute im Training ins Zeug gelegt hätten und wie nahe sie an der ersten Elf seien – um dann doch die „bewährte“ Formation ins Rennen zu schicken. Nach einer 1:4-Niederlage eingangs einer englischen Woche wird es intern argumentativ schwierig, keine Wechsel vorzunehmen. Zumal Rechtsverteidiger Immanuel Höhn in Dresden ein Sicherheitsrisiko darstellte, Marvin Mehlem wieder eine schwächere Phase zu haben scheint und Joevin Jones in dieser Saison bislang nur in kleinen Dosen die Klasse aus der Vorsaison aufblitzen lässt.

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