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Darmstadt 98 : Auf die harte Tour

Neuer Schwung: Sebastian Hertner (rechts) soll die Abwehr stärken. Bild: Jan Huebner

Darmstadt 98 setzt auf eine intensive Saisonvorbereitung, bei der der Blick zurück eine Art Warnung sein soll.

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          Die „Lilien“ haben sich für ihre Fans etwas einfallen lassen. Als die Zweitliga-Mannschaft von Darmstadt 98 am Sonntag ihr erstes Testspiel in der Saisonvorbereitung beim A-Liga-Klub TSV Altheim absolvierte, stand auf der Trikotrückseite von jedem Spieler unter der jeweiligen Rückennummer: „Trikotvorstellung am 5. Juli“. Die SV98-Profis liefen Modell für die Vorankündigung zur Präsentation des neuen Darmstädter Trikots.

          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Dabei vergaßen sie das Toreschießen nicht. Mit dem 21:0 legte die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster ein stattliches Ergebnis zum Start in die Privatspielserie vor. Am treffsichersten präsentierte sich Tobias Kempe, dem bei seinem Einsatz in der zweiten Hälfte acht Treffer gelangen, davon sechs hintereinander zwischen der 51. und der 60. Minute. Mehr als einmal erfolgreich bei dem Torfestival waren auch Orrin McKinze Gaines (3) sowie Felix Platte und Leon Müller (je 2). Die weiteren Treffer erzielten Marvin Mehlem, Wilson Kamavuaka, Luca Gelzleichter, Slobodan Medojevic, Kevin Großkreutz und Aytac Sulu.

          Abwechslung vom normalen Trainingsbetrieb

          „Das Testspiel hat seinen Zweck erfüllt“, sagte Schuster, der vier U-19-Spieler einsetzte, die in Zukunft von Ramon Berndroth trainiert werden. „Wir hatten ein wenig Abwechslung vom normalen Trainingsbetrieb und konnten uns unseren Fans in der Region präsentieren“, fügte der Trainer hinzu. Als erster Zweitliga-Verein hatten die Südhessen in der vergangenen Woche mit der sportlichen Präparierung für die neue Runde begonnen.

          Personell wartete Schuster in Altheim nur mit einer wesentlichen Neuerung auf: Sebastian Hertner, der vom Ligarivalen Erzgebirge Aue kam, war der einzige Neuzugang. Der 27 Jahre alte Hertner soll den Konkurrenzkampf auf der linken Seite, wo Fabian Holland seinen Wirkungskreis hat, beleben. Neuen Schwung will Hertner auch in seine Karriere bringen, plagten ihn in Aue in den vergangenen Spielzeiten doch meistens Abstiegsängste. Hoffnung macht Hertner bei seinem neuen Arbeitgeber dessen positive Bilanz in der Rückrunde der Vorsaison, die die „Lilien“ nach einem besonderen Kraftakt als Vierte erfolgreich mit dem Klassenverbleib abschlossen.

          Körperliche Grenzerfahrungen

          Was die Darmstädter in der zurückliegenden Spielzeit erlebt hätten, „braucht keiner in seiner Fußballkarriere“, sagt Sulu, der Kapitän und dienstälteste SV-98-Profi. „Wir sind gut beraten, immer im Hinterkopf zu haben, was passieren kann.“ Was das Team tun muss, um in Zukunft eine solche Zitterpartie zu vermeiden, davon hat Schuster sein Personal bereits in Kenntnis gesetzt. Es sei die „Pflicht der Mannschaft, an die Grenze und darüber hinaus zu gehen“.

          So gab der Trainer die Marschrichtung für die neue Arbeitsperiode vor. Körperliche Grenzerfahrungen machen die Spieler schon in diesen Tagen im Training. Sulu weiß, wofür das gut ist. „Wenn wir nicht noch einmal eine solche Saison durchmachen wollen, brauchen wir eine harte Vorbereitung. Und die haben wir definitiv jetzt schon“, sagte der Innenverteidiger. Während der Vorbereitung wird Schuster seiner Mannschaft vier freie Tage gewähren, damit diese zwischendurch „etwas Luft holen“ können.

          Eine sportliche Luftveränderung strebt Artur Sobiech an, dessen Perspektive am Böllenfalltor mau ist. Der polnische Stürmer könnte in seine Heimat zurückkehren, Lechia Danzig soll über eine Verpflichtung des 28-Jährigen nachdenken. Davor muss sein Vertrag in Darmstadt aufgelöst werden. Das neue „Lilien“-Trikot wird Sobiech wohl nicht mehr tragen.

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