https://www.faz.net/-gzg-7pe5o

Im Gespräch: Dirk Schuster : „Der Zweitliga-Aufstieg wäre ein Wunder“

  • Aktualisiert am

Darmstädter Taktgeber: „Lilien“-Trainer Dirk Schuster. Bild: dpa

Dirk Schuster will mit Darmstadt 98 in die Zweite Bundesliga: Vor dem Relegations-Hinspiel gegen Arminia Bielefeld (20.30 Uhr) spricht er im Interview über das Rezept, wie man aus einer Gruppe von Aussortierten eine schlagkräftige Mannschaft formt.

          4 Min.

          Glauben Sie an Wunder?

          Ja. Wenn wir unsere Saison bis jetzt Revue passieren lassen, dann ist das schon ein kleines Wunder. Und jetzt können wir dieses kleine Wunder noch viel größer machen, indem wir Bielefeld schlagen und in die zweite Liga aufsteigen. Wunder sind für mich mit Glauben verbunden. Man muss an gewisse Dinge glauben, und das tun wir. Wir sind von unserer Mannschaft überzeugt, vom gesamten Team, von allen Leuten, die sich hier mit einbringen. Wenn alles zusammenpasst, dann kann auch mal ein Wunder wahr werden. Und nichts anderes wäre ein Zweitliga-Aufstieg mit Darmstadt 98. Man darf ja nicht vergessen, dass wir letztes Jahr sportlich abgestiegen waren und erst als vorletzte Mannschaft die Kaderplanung in Angriff nehmen konnten – mit einem Etat, der im unteren Drittel der Liga lag.

          Wie haben Sie es geschafft, diesen Kader in dieser Qualität in letzter Sekunde zusammen zu basteln?

          Als wir die Nachricht erhielten, dass wir doch in der dritten Liga weiterspielen dürfen, weil Offenbach die Lizenz nicht bekam, mussten wir auf Spieler zurückgreifen, die kein anderer wollte, die bei anderen Vereinen aussortiert werden sollten. Wir haben Spieler geholt, die wir kannten und von denen wir überzeugt waren, dass sie zu uns passen und uns sportlich weiterhelfen können. Als wir am 12. Juni mit der Vorbereitung angefangen haben, standen zwölf Spieler auf dem Platz, da waren drei A-Jugendliche dabei, damit es ein bisschen voller aussieht. Erst dann haben wir nach und nach Spieler dazubekommen, die letzten nach Rundenbeginn.

          Wie haben Sie diese Aussortierten auf Kurs gebracht? Wie macht man aus Verlierern Gewinner, wie schafft man Selbstvertrauen?

          Indem man den Jungs sagt, dass sie das als Chance sehen müssen, es allen noch einmal zu zeigen. Man muss ihre Augen zum Glitzern bringen. Und man braucht Leute, die bereit sind, gemeinsam etwas zu erreichen. Die Spieler, die wir geholt haben, haben vom Charakter her sehr gut zu diesem Verein gepasst, sie konnten sich mit den Darmstädter Gegebenheiten identifizieren. Wir haben auch Spielern abgesagt, bei denen wir zur Meinung kamen, dass sie Probleme haben würden, mit diesem altehrwürdigen Stadion und der Stimmung hier umzugehen.

          Würden Sie sagen, Sie haben ein Gespür für Fußballer, für Menschen? Für das, was zusammenpasst?

          Da ist nicht nur mein Gespür ausschlaggebend. Wir haben das immer im Team abgehandelt, mit meinen Ko-Trainern Sascha Franz und Dimo Wache und mit Tom Eilers, dem Berater des Präsidiums. Wir haben uns mit dem Spieler getroffen, dann haben wir unsere Eindrücke ausgetauscht, und nur wenn wir einstimmig der Meinung waren, der Spieler könnte zu uns passen, haben wir ihn verpflichtet. Wir verstehen uns bei Darmstadt 98 als Team, nicht nur auf dem Platz.

          Sie sind mit 23 Jahren aus der DDR nach Braunschweig gekommen, wo Sie Profi wurden. Später haben Sie von Ihrem ersten Eindruck erzählt: dass Sie vor allem den Teamgedanken, wie Sie ihn aus der DDR kannten, vermisst hätten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ministerpräsident Bodo Ramelow vor einer Regierungserklärung im Thüringer Landtag.

          Thüringen plant Lockerungen : Mutig oder falsch?

          Die Pläne der Thüringer Landesregierung, den allgemeinen Lockdown wegen der Corona-Pandemie vom 6. Juni an aufzuheben, stößt nicht nur bei Gesundheitsexperten auf scharfe Kritik. Doch in der Bevölkerung erfährt Bodo Ramelows Vorstoß auch Zustimmung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.