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Bierdeckelprojekt in Maintal : Aufregung um „Islam uff Hessisch“

Untersetzer: Die Verbindung von Alkohol zum Islam ärgert den Vorsitzenden des Maintaler Ausländerbeirats. Bild: dpa

Muslime in Maintal sehen ihre religiösen Gefühle durch ein Bierdeckelprojekt verletzt. Eigentlich wollte die Integrationsbeauftragte damit zur Verständigung der Kulturen beitragen.

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          Es gibt viele Möglichkeiten, Integration zu fördern und Bildung zu vermitteln. Eine außergewöhnliche Aktion der Stadt Maintal, dies zu bewerkstelligen, hat in diesen Tagen den Protest muslimischer Bürger ausgelöst und einiges Aufsehen erregt. Verena Strub, Integrationsbeauftragte der Stadt Maintal, verteilte Anfang des Jahres runde Getränkeuntersetzer aus Pappe, gemeinhin auch als Bierdeckel bekannt, mit zehn Fragen zum Islam in 30 örtlichen Gaststätten und Cafés. Der besondere Pfiff bei der Sache: Alle Fragen und die dazugehörigen Antworten sind in hessischer Mundart abgefasst. „Der Mohammed – was war denn das eichendlich für aaner?“, steht dort zu lesen oder „Derfe die Fußballer im Ramadan garnix esse?“ und schließlich „Wie hawwes die Moslems mittem Äppelwoi“. Die ebenfalls in Hessisch abgefassten Antworten sind nicht auf der Rückseite der Pappscheiben vermerkt. Dort findet sich ein QR-Code, über den Interessierte die ausführlichen Erklärungen aus dem Mund der fiktiven Studentin Marie auf der Internetseite der Stadt Maintal auf dem Smartphone abrufen können.

          Luise Glaser-Lotz

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          Die Aktion mit dem Namen „Islam uff Hessisch“ und die Texte hat sich die Integrationsbeauftragte nicht selbst ausgedacht, sie griff damit eine Idee des in Freiburg beheimateten Vereins Orient-Netzwerk auf, der 2016 für Freiburg Bierdeckelfragen rund um die Religion des Islams entwickelte, im vergangenen Jahr wurde die Aktion ins Sächsische übertragen und auch ins Hessische. Hier war Offenbach die erste Stadt, die entsprechende Deckel anfertigen und verteilen ließ, Maintal folgte als zweite.

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