FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Mit dem Zug durch Madagaskar :
Unterwegs mit dem Dschungelexpress

Von
Jutta Lemcke
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Auf der 163 Kilometer langen Strecke überwindet der Zug 1200 Höhenmeter, fährt durch 48 Tunnel und überquert 61 Brücken. Das wäre berechenbar, doch die Haltezeiten an den 17 Stationen mitten im Regenwald sind es nicht. Pünktlich ist der Dschungelexpress nie.
Auf der 163 Kilometer langen Strecke überwindet der Zug 1200 Höhenmeter, fährt durch 48 Tunnel und überquert 61 Brücken. Das wäre berechenbar, doch die Haltezeiten an den 17 Stationen mitten im Regenwald sind es nicht. Pünktlich ist der Dschungelexpress nie.Jutta Lemcke

Dreimal in der Woche kommt der Dschungelexpress in den Regenwald Madagaskars. Dann ist Party auf den Gleisen. Der Zug bringt Essen, Medikamente und manchmal auch Touristen, die gern Fußball spielen.

Der Zug erreicht Manakara um Mitternacht. Aus der 1. Klasse stolpern ein paar erschöpfte Reisende aufs lehmige Trottoir. Aus der 2. Klasse drängen weitaus mehr Menschen nach draußen, Bananenstauden auf dem Kopf, schlafende Babys auf dem Rücken und Körbe voller Maniok, Reis oder Kohl in den Händen. Warum so spät? Der mitreisende Polizist in seiner zerknitterten Camouflage-Uniform zuckt mit den Schultern. Dieser Zug durch den Dschungel von Madagaskar war noch nie pünktlich. Wenn er dreimal die Woche um 7 Uhr morgens in Fianarantsoa im Hochland abfährt, sind acht bis zwölf Stunden Fahrt bis zur Endstation am Meer angekündigt. Meist sind es 15 Stunden, manchmal mehr.

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