Feiern im Unternehmen :
Die Welt im Weihnachtstaumel

Von
Bettina Schulz
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Carsten Germis
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Lesezeit:
Ob drinnen oder draußen: Die Londoner lassen es gerne krachen.
Ob drinnen oder draußen: Die Londoner lassen es gerne krachen.Patrice Hauser/hemis/laif

Weihnachtsfeiern in Unternehmen sind geliebt und gefürchtet - das ist nicht nur in Deutschland so. Von festlichen Ansprachen bis zu rustikalen Saufgelagen ist alles vertreten. Unsere Korrespondenten berichten.

Tabledance in London

Weihnachtsfeiern in der Londoner City sind legendär. Es gibt kaum eine Chance, in der Vorweihnachtszeit ein ruhiges Restaurant zu finden: überall grölende und kreischende Mitarbeiter der Bankenmeile, an langen Tischen zusammengedrängt, Papierkronen auf dem Haupt, knallende Weihnachtscracker in der einen Hand, Sekt in der anderen Hand und hoch die Tassen. Wenn es rüder wird, tanzen die Frauen auf dem Tisch, und die Männer saufen, was spätnachts die Passagiere mit der feuchten Bescherung auf dem Boden der U-Bahn erdulden müssen. Aber es ist zünftig geworden. Die Finanzkrise hat zugeschlagen. Die Luxusfeiern, die große Investmentbanken für ihre „Masters of the Universe“ früher in den teuersten Hotels Londons abhielten, gehören weitgehend der Vergangenheit an. Was waren das noch für Zeiten, als sich die Banker der City im dunklen Anzug gegenseitig für ihren schönen Erfolg und ihre noch schöneren Bonuszahlungen auf die Schultern klopften, auf die Zockerei des nächsten Jahres tranken und nebenbei einer schönen Hostess am Ausschnitt tätschelten. Ach ja, die Hostessen: Da es in der City nur von Männern wimmelt, wurden zu den Weihnachtsfeiern der Banken oft Hostessen eingeladen - damit es lustiger wird. Als dann aber immer mehr Damen in den Bankenetagen aufstiegen und die Kolleginnen ebenfalls auf die Weihnachtsfeiern drängten, wurde es kompliziert. Im Schummerlicht des Empfangs konnten die Banker oft einfach nicht erkennen, welche Schönheit mit tiefem Ausschnitt nun Hostess und welche die leitende Mitarbeiterin im Fixed Income Sales war.

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