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Neue Aufstiegsregeln geplant : Nur noch Experten auf dem Everest erwünscht

Ein Hubschrauber birgt im April Menschen nach einem Erdbeben aus dem Basislager des Everests. Zukünftig sollen nur noch erfahrene Bergsteiger den Aufstieg wagen dürfen. Bild: AP

„Wir können nicht jeden auf den Everest gehen und dann dort sterben lassen“, sagt Nepals Tourismusminister. Zukünftig will er strengere Regeln einführen.

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          Wer zukünftig den Mount Everest besteigen möchte, muss ein erfahrener Bergsteiger sein. Das möchte der nepalesische Tourismusminister Kripasur Sherpa durchsetzen, wie er gegenüber dem britischen Guardian sagte. Demnach sollen nur noch Bergsteiger für den Aufstieg zugelassen werden, die bereits Gipfel in Höhe von mindestens 6500 Metern erklommen haben. Auch ältere oder sehr junge Menschen sowie solche, die mit einer Behinderung leben, könnten von den strengeren Regeln ausgeschlossen werden, zitiert die Zeitung offizielle nepalesische Quellen.

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          „Wir können nicht jeden auf den Everest gehen und dann dort sterben lassen. Wenn jemand physisch oder psychisch nicht fit ist, käme das einem offiziellen Selbstmord gleich“, so der Tourismusminister. „Die behinderten und die sehbehinderten brauchen für gewöhnlich jemanden, der sie trägt, das ist kein Abenteuer. Nur diejenigen, die es aus eigener Kraft schaffen können, werden zukünftig eine Erlaubnis erhalten“, sagte der Tourismusminister.

          Der Mount Everest ist 8848 Meter hoch und jedes Jahr versuchen mehrere hundert Bergsteiger den höchsten Gipfel der Welt zu bezwingen. Um auch unerfahreneren Bergsteigern den Aufstieg zu ermöglichen, hat sich eine Millionenschwere Industrie in Nepal angesiedelt, an der auch das Land durch Gebühren und Lizenzen mitverdient. Im vergangenen Jahr zählte das nepalesische Tourismusministerium in seiner Statistik 339 Menschen, die den Aufstieg versucht hatten, nur sechs Männer hätten ihn demnach erreicht. An Gebühren sind laut der jährlichen Statistik des Ministeriums insgesamt 3.250.000 Dollar von den Bergsteigern und Organisatoren gezahlt worden.

          Schwieriger Aufstieg: Bereits das Basislager liegt am Mount Everest in 5364 Meter Höhe.
          Schwieriger Aufstieg: Bereits das Basislager liegt am Mount Everest in 5364 Meter Höhe. : Bild: AP

          Wie genau das Tourismusministerium seine neuen Pläne umsetzten will, ist noch unklar. Der Präsident der nepalesischen Bergsteigervereinigung, Ang Tshering Sherpa, sagte gegenüber dem Guardian, dass solche neuen Regeln bereits des öfteren in der Vergangenheit diskutiert worden seien. „Ich bezweifle aber das sie dieses Mal umgesetzt werden“, sagte er. In der Vergangenheit seien sie aufgrund des Drucks durch Menschenrechtsorganisationen oder ausländische Botschaften immer wieder gescheitert. Dennoch würde er eine Altersbeschränkung durchaus begrüßen. Er verwies darauf, dass auch China keinem Bergsteiger, der jünger als 16 Jahre oder älter als 75 Jahre sei, von der Nordseite des Everest den Aufstieg erlaube.

          In den vergangenen Jahren waren immer wieder Bergsteiger beim Versuch den Mount Everest zu erklimmen gestorben. Zuletzt riss im April eine durch ein Erdbeben ausgelöste Lawine 19 Menschen in den Tod.

          Himalaya : Der Mount Everest ruft - trotz tödlicher Gefahren

          Anmerkung der Redaktion

          In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, dass wer zukünftig den Mount Everest besteigen möchte, ein Bergsteige-Profi sein müsse. Das ist nicht richtig. Zumindest ein erfahrener Bergsteiger muss man aber sein - wie die Forderung des Tourismusministers von Nepal lautet. Wir haben das inzwischen korrigiert.

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