Lage in Venedig : „Es fühlt sich nicht wie eine Katastrophe an“

Venedig steht seit einer Woche immer wieder unter Wasser. Die meisten Touristen lassen sich davon nicht abhalten. Während in den Cafés die Wasserpumpen laufen, genießen sie ihren Spritz.
Langsam kriecht die Lagune in das San-Polo-Viertel. Die anrollende Flut spült den Geruch des Meeres in die Gassen, aus den Abflüssen im Boden sprudelt das Wasser auf die Straßen. Zigarettenstummel und Blätter treiben über die Gehwege. „Das hier wird in wenigen Stunden vollgelaufen sein“, sagt der Besitzer eines Ladens mit allerlei Venedig-Nippes in den Regalen und deutet auf den weiß gefliesten Ladenboden. Geöffnet hat er trotzdem. „Für die Touristen“, wie er sagt, mit denen er heute trotz des Hochwassers Geschäfte machen will. Auf der kniehohen Metallschranke, die als Schutz gegen das Wasser im Eingang zu seinem Geschäft angebracht ist, steht „MOSE“. Eine Anspielung auf das Milliarden-Projekt, das die Stadt längst mit ausfahrbaren Fluttoren hätte schützen sollen, sich aber durch Korruptionsskandale und Planungsfehler immer weiter verzögerte.





