Erdbeben von L’Aquila : Gericht sieht „leichtsinniges Verhalten“ der Erdbebenopfer als Todesursache

Das Urteil eines Berufungsgerichts sorgt in Italien für Empörung: Die sieben Studenten, die beim Erdbeben vom 6. April 2009 ums Leben gekommen waren, tragen demnach ursächliche Verantwortung für ihren Tod. Die Angehörigen der Opfer müssen die Kosten für das Berufungsverfahren tragen.
Ein Berufungsgericht in L’Aquila in der Region Abruzzen hat ein Skandalurteil von 2022 bestätigt und sieben Studenten, die beim verheerenden Erdbeben vom 6. April 2009 ums Leben gekommen waren, faktisch die Verantwortung für deren eigenen Tod zugeschoben. In dem Urteil heißt es, die sieben jungen Leute, die zu den insgesamt 308 Todesopfern des Bebens gehörten, trügen wegen ihres „leichtsinnigen Verhaltens“ ursächliche Verantwortung für ihren Tod unter den Trümmern des eingestürzten Studentenwohnheims.


