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Angela die Baumeisterin : „Yo, wir schaffen das!“

Zupackend: Kanzlerin mit Bauhelm Bild: Picture-Alliance

Angela Merkels „Wir schaffen das“ ist zur populären Parole in der Flüchtlingskrise avanciert. Doch woher stammt der Satz eigentlich? Die Spurensuche führt zu einer Zeichentrickfigur.

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          Die Bundeskanzlerin hat ihr neues Motto „Wir schaffen das“ wohl spontan geäußert. Aber unbewusst hat sie natürlich eine geistesgeschichtliche Tradition in eine sprachliche Form gegossen. „Wir werden es schaffen“ – so hatte Bundeskanzler Helmut Kohl in vorsichtigem Futur 1990 zur Deutschen Einheit gesagt. „Wir schaffen das“, sagt die Kanzlerin im Präsens – und verschweigt, was mit „wir“, „schaffen“ und „das“ eigentlich genau gemeint ist. Also muss man zur Aufklärung des einfach schwierigen Satzes zwei Vorbenutzer zu Rate ziehen: Barack Obama und, wichtiger noch: Bob, den Baumeister.

          Alfons Kaiser

          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Der Bezug auf Barack Obamas „Yes, we can“ leuchtet sofort ein: „Ja, wir schaffen das“ ist die sinngemäße Übersetzung des amerikanischen Wahlkampf-Spruchs vom Januar 2008, der den offiziellen Demokraten-Slogan „Change we can believe in“ schnell überflügelte – weil er zupackend, optimistisch, positiv und kurz ist.

          Barack Obama baut auch die Brücke zu „Bob the builder“. Natürlich könnte ihn auch die Landarbeiter-Gewerkschaft inspiriert haben, die seit den siebziger Jahren, als sein politisches Bewusstsein erwachte, „Sí, se puede“ als Motto hatte. Aber sollte den kommenden Präsidenten nicht auch die seit 1998 ausgestrahlte britische Fernsehserie in jedem Sinne animiert haben? Schließlich waren seine Töchter Malia (heute 17) und Sasha (heute 14) damals noch klein. Und „Yes, we can“ ist als Antwort auf die geradezu rhetorische Frage „Can we fix it?“ der Refrain in dem Lied der drolligen Figur, die mit ihren Bauarbeitern in Bobhausen einfach alles baut und repariert und malt und fixiert.

          Der Refrain des Baumeister-Lieds, das jedes Kindergartenkind kennt (und somit auch alle Eltern von Vorschulkindern), geht im Deutschen so: „Bob der Meister! / Könn’n wir das schaffen? / Bauarbeiter! / Yo, wir schaffen das!“ Angela Merkels Satz ist schlagend in seinem angloamerikanischen Pragmatismus. Von wegen Geistesgeschichte! In ihrer neuen Gesinnung werden die Gedankengebäude durch Taten gebaut. Dem guten alten deutschen Idealismus gibt die Kanzlerin Spitzhacke und Kelle in die Hand. Was das für uns bedeutet? „Fegen und hämmern! / Mixen macht Spaß! / Wir geben alles / und wir geben Gas! / Wir hören niemals auf / und wir hören uns gut an! / Wir machen einen drauf, / bis zum Sonnenuntergang!“

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