FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Fremd in der Familie :
Was soll nur aus dir werden?

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In Peters Kopf verfestigte sich das Bild seines Vaters als jemand, der auf einem stetig wachsenden Geldsack sitzt, den er vor dem eigenen Sohn verteidigen müsse.
In Peters Kopf verfestigte sich das Bild seines Vaters als jemand, der auf einem stetig wachsenden Geldsack sitzt, den er vor dem eigenen Sohn verteidigen müsse.Sanja Prautzsch

Peters Eltern sind Ärzte, er ist Sachbearbeiter beim Jobcenter. Der Bildungsabstieg hat ihn von den beiden entfremdet. Und nun?

Als Kind wünschte Peter sich manchmal, sein Vater wäre Bauarbeiter. Denn der Vater eines Mitschülers arbeitete auf dem Bau und hatte samstags Zeit für die Familie. Peters Vater hingegen, ein Arzt mit eigener Praxis, hatte eigentlich nie Zeit. Dafür hatte die Familie Geld, konnte im Sommer in ein Hotel in Kärnten fahren und wandern gehen. Auch wenn Peter mit sieben Jahren noch keine Vorstellung davon hatte, wie viel ein Bauarbeiter verdient, ahnte er einen Zusammenhang zwischen den Urlauben im Sommer, dem Mercedes vor dem Haus und der Anspannung des Vaters. „Ich hab’ gemerkt, irgendwie sind meine Eltern anders als bei anderen Kindern, weil sie weniger Zeit haben, weil sie weniger emotionale Nähe schenken können.“

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