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New York, Rio, Tokio : So feiert die Welt

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Das obligatorische Selfie darf auch in Rio nicht fehlen. Bild: AFP

Das neue Jahr hat noch nicht überall begonnen – aber fast. Die Brasilianer werfen Blumen ins Meer an der Copacabana, New York feiert auf dem Times Square und Mariah Carey singt ohne Zwischenfälle.

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          Schon Stunden vor den Menschen in Deutschland hatte das Jahr 2018 in vielen Teilen der Welt bereits begonnen. Zuerst war es im Pazifik (um 11.00 Uhr MEZ) so weit, dann begrüßte Australien mit einem spektakulären Feuerwerk in Regenbogenfarben in Sydney das neue Jahr. Deutlich ruhiger rutschten die Chinesen ins neue Jahr - denn nach dem chinesischen Mondkalender wird erst in der Nacht zum 16. Februar das neue Jahr begrüßt. Und statt mit einem riesigen Feuerwerk begrüßte das Golfemirat Dubai das neue Jahr mit einer außergewöhnlichen Lichtshow rund um den höchsten Wolkenkratzer der Welt, den Burj Khalifa.

          Mit einem riesigen, die ganze Copacabana-Bucht erleuchtenden Feuerwerk hat Rio de Janeiro unter dem Motto „Abraço“ („Umarmung“) das neue Jahr 2018 begrüßt. Schätzungsweise rund zwei Millionen Menschen feierten das Lichtspektakel. Viele bevölkerten traditionell ganz in weiß den berühmten Stadtstrand, um das exakt 17 Minuten dauernde Feuerwerk zu bestaunen. Dieses wurde von elf Booten in der Atlantikbucht vom Meer aus abgefeuert. Rund 25 Tonnen Feuerwerk wurden dabei synchron in den Himmel geschossen.

          Neben dem Karneval ist Silvester die größte Touristenattraktion. Die Stadt rechnete damit, dass die Touristen zwei Milliarden Real (506 Millionen Euro) in der brasilianischen Metropole lassen. Das Feuerwerk kostete rund 25 Millionen Reais (6,3 Millionen Euro). Gemäß des afro-amerikanischen Candomblé-Kults warfen viele Menschen zum Jahreswechsel Blumen in das Meer an der Copacabana, um der Meeresgöttin Iemanjá zu huldigen. Auf Bühnen heizten Musiker den Leuten ein. Als Stargast war die derzeit erfolgreichste Künstlerin, Anitta, verpflichtet worden. Die 24-Jährige schickt sich gerade an, mit dem Favela-Funk-Hit „Vai malandra“ („Auf geht’s, schlechtes Mädchen“) zum neuen Popstar zu werden. Allein an den Weihnachtstagen wurde das neue Musikvideo bei Youtube über 60 Millionen Mal aufgerufen. Darin geht es um viel Sex-Appeal und Frauen als Lustobjekte. Weil die Sängerin aber im knappen Höschen auch ihre Cellulite unretuschiert zur Schau stellt, hat das Video eine Debatte um den „Schönheitsdruck“ in Brasilien ausgelöst. Anitta wirbt dafür, offener mit Problemzonen umzugehen.

          Die Olympiastadt 2016 hat ein schwieriges Jahr hinter sich, vor allem wegen zunehmender Gewalt und Unsicherheit - auch wegen Sparzwängen bei der Polizei. Die Regierung schickte tausende Soldaten zur Eindämmung der Gewalt. Über 130 Polizisten wurden in Rio 2017 erschossen - auch die Mordzahlen stiegen stark an. Von Januar bis November starben 6173 Menschen im Bundesstaat Rio de Janeiro einen gewaltsamen Tod - 518 mehr als im Vorjahreszeitraum.

          Mariah Carey singt diesmal ohne Zwischenfälle

          Derweil hat Popsängerin Mariah Carey ihren verpatzten Auftritt vom vergangenen Silvesterabend wett gemacht und am New Yorker Times Square zum Jahreswechsel 2018 eine perfekte Performance hingelegt. Rund 20 Minuten vor Mitternacht am Sonntagabend (Ortszeit) erschien die 47-Jährige auf der Bühne und sang ein Medley ihrer Hits, darunter „Hero“ und „Vision of Love“. Bald darauf zählten die New Yorker die 60 Sekunden bis Mitternacht, ehe sich von einem Hochhaus eine mehr als fünf Tonnen schwere Kristallkugel senkte und in der Millionenstadt den Beginn des neuen Jahres markierte.

          Der traditionelle „Ball Drop“, der am Times Square erstmals 1907 das neue Jahr einläutete, geht zurück auf die Kugel auf dem Dach des Observatoriums im Londoner Stadtteil Greenwich. Mit Hilfe der 1833 installierten Kugel, die sich dort täglich um 13 Uhr Ortszeit senkt, stellten Schiffskapitäne auf der Themse früher ihre Chronometer ein. Diese Idee verwandelte der damalige Herausgeber der Zeitung „New York Times“, nach der der Times Square benannt ist, in ein Spektakel zu Silvester. Die Jahre zuvor hatte es an dem berühmten Platz ein Feuerwerk gegeben, 1907 bekam Adolph Ochs dafür aber keine Genehmigung mehr.

          Hunderttausende versammelten sich am Sonntag trotz beißender Kälte am Times Square zum Konfettiregen und dem üblichen „New York, New York“ von Frank Sinatra, teils schon viele Stunden vor Mitternacht. Für die Nacht sagte der Wetterdienst bis zu minus 13 Grad Celsius voraus. Kälter war es in der Silvesternacht zuletzt im Jahr 1962, als minus 15 Grad herrschten. 1917 zeigte das Thermometer sogar minus 17 Grad Celsius an.

          Als letztes werden dann die Menschen auf der zur Insel-Gruppe Amerikanisch-Samoa gehörenden Insel Tutuila das Jahr 2018 begrüßen. Dort feiern die Bewohner um 12.00 Uhr MEZ am Montag „Happy New Year!“. Um 13.00 Uhr beginnt auf der Bakerinsel und der Howlandinsel das neue Jahr. Diese sind jedoch unbewohnt.

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